Sieben Schwaben Prunksitzung in Dornstadt

Fabelhafte Trolle – hier die Kindergarde vom CCI Senden – und viele Attraktionen mehr gab es in Dornstadt. 
Fabelhafte Trolle – hier die Kindergarde vom CCI Senden – und viele Attraktionen mehr gab es in Dornstadt.  © Foto: Josephine Schuster
Dornstadt / Josephine Schuster 11.02.2019

Volle Hütte am Samstagabend im Bürgersaal Dornstadt. Der Höhepunkt der diesjährigen Fasnachtssaison für die Karnevalsvereinigung Sieben Schwaben stand an: die gemeinschaftliche Prunksitzung. Bestehend aus dem CCI Senden, den Pfuhler Seejockeln, der KG Greane Krapfa Ober­elchingen, dem UECV Storchaneascht Unterelchingen, der KG Lachatrapper Dornstadt, der GKG Ulm/Neu-Ulm, der Karnevalsgilde im Kuhbergverein Ulm, der Büttelzunft Nersingen und dem Leipheimer Haufen wurden ganze sechs Stunden Programm auf die Beine gestellt, und keine Sekunde lang war Ruhe auf der Bühne. Verpassen musste den Abend aufgrund von mindestens zwei Familienfeiern Dornstadts Schultes Rainer Braig.

Er verpasste auch die Unmengen an Gardemädchen aller Altersklassen, über deren Show-Qualität sich besonders der Ehrenpräsident der Lachatrapper Detlef Kleen freut, dessen Frau, Tochter und Enkelinnen alle Gardistinnen sind. Der 65-Jährige ist seit 1972 Vereinsmitglied und wünscht sich für die Zukunft wieder mehr Mitglieder. „Wir sind mit rund 250 Leuten etwa ein Drittel weniger als früher, und das finde ich sehr schade, weil die Brauchtumspflege für mich wichtig ist“, sagt er. Der Rückgang liegt in seinen Augen vor allem daran, „dass die schwäbisch-alemannische Fasnacht hier in der Gegend beliebter ist.”

Der Hauptunterschied zwischen dem rheinischen Karneval und der Fasnacht sei, dass der Karneval als Parodie auf den preußischen Militarismus eher in den Sälen mit Prunksitzungen stattfinde und die Fasnacht eher auf der Straße mit Maskengruppen. „Aber wir haben ja sogar beides im Verein mit den Lachatrappern und der Garde. Und wer nicht so bühnenaffin ist, der kann sich rund um die Organisation einbringen.” Neue Vereine seien willkommen, aber so viele gebe es hier nicht mehr. Kleen erwähnte die Gesellschaft Goldene 11 Ulm/Neu-Ulm, er hätte nichts dagegen, sie auch bei den Sieben-Schwaben aufzunehmen.

Er wünscht sich außerdem wieder mehr politische Bütten. Weniger politisch, dafür mehr persönlich war die allererste Büttenrede von Sabrina Kropp von den Pfuhler Seejockeln, die sich mangels Führerschein an Fahrten der Deutschen Bahn erfreut und feststellen musste, dass „Netflixen“ im Zug immer noch nicht möglich ist, weil das Wlan versagt, man sich stattdessen auch am Menschenbeobachten erfreuen kann und danach immerhin viel zu erzählen hat.

Viel zu erzählen, vielmehr zu schimpfen, hatten auch Lena und Maddeis alias Hillu Stoll und Franz Auber von der Comedy-Combo „Hillu’s Herzdropfa”, die ihren Lachatrappern die Treue halten und in ihrem vollen Terminkalender ein Plätzchen freigehalten hatten. Sie sorgten mit ihren urschwäbischen Frotzeleien wieder für viele Lacher.

Quasi ein Oscar

Ferner gibt es nun auch einen weiteren Sieben-Schwaben-Spießträger. Sozusagen ein Oscar für die Karnelvalsregion Donau-Iller. Er ging an Ehrenvizepräsident Karlheinz Gottwein vom Leipheimer Haufen für sein 43-Jähriges Mitwirken im Verein.

Drei kräftig donnernde „Schwäbele Hoi” gab es unter anderem auch für die getanzte Sage des Donaufürsten Danuvius – eine Darbietung der Ulmer Donauhexen. Das vielfältige Programm an diesem Abend und die große Zahl an Mitwirkenden zeigte einmal mehr, dass Karneval, Fasnacht oder Fasching ein wichtiger Bestandteil der Kultur in der Region ist.

Die Sage des Donaufürsten Danuvius

Kurzversion Einst lebte an der Donau ein Fischer mit seiner einzigen Tochter. Aus Angst, ihr könnte etwas geschehen, verbot er ihr, am Ufer zu spielen. Eines Tages war aber ein so sonniger Tag, dass die Tochter es nicht mehr in der Hütte aushielt und mit den anderen Mädchen am Ufer spielte. Da tauchte eine riesige Gestalt mit Rauschebart, einem Dreizack und einem Fischschwanz auf. Es war der Donaufürst, und er zog das Mädchen erbarmungslos in die Tiefe hinab. Als der Fischer von dem Unglück erfuhr, war er sehr, sehr traurig. Er holte Rat bei weisen Frauen und Männern und erfuhr von ihnen, dass sich in einer Vollmondnacht der Donaufürst jenen Menschen zeigte, die nichts Geweihtes an sich trugen. So ruderte er in solch einer Nacht hinaus, verbarg aber einen geweihten Rosenkranz, der um ein Ruder geschlungen war. Schon bald zeigte sich der Donaufürst mit seiner prächtigen Krone. Als er näher kam, schlug der Fischer ihm mit dem Ruder kräftig auf den Kopf, sodass vier Steine aus der Krone ans Ufer geschleudert wurden. Seither sucht der Wassergeist sie in den Donauauen und darf erst wieder zurückkehren, wenn er sie gefunden hat. Und für die Fischertochter endet die Geschichte so: Sie bindet im Palast des Fürsten für jeden Ertrunkenen einen Strauß Seerosen, der dann auf den Wellen treibt und von den Menschen gefunden wird.

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