Blumenschmuck Preisverdächtig prächtig

Von Michael Seefelder 11.08.2018

Für den örtlichen Heimatverein besteht kein Zweifel: Regglisweiler ist schön. Dazu tragen auch die Bewohner des Dietenheimer Stadtteils bei, indem sie ihre Gärten, Vorgärten und Hauseingänge mit allerlei Blumenschmuck verzieren. Einmal im Jahr schaut eine Jury des Heimatvereins dann genauer hin und ermittelt Preisträger, die von der Stadt spendierte Blumen erhalten.

Nun waren die Pflanzenfreunde wieder einen Vormittag lang unterwegs, um mit geschultem Auge zu bewerten. Das erfreuliche Ergebnis: 434 Preisträger wurden ermittelt, das sind 13 mehr als im vorigen Jahr. Wie die Vorsitzende Martina Aubele erklärt, wird stets in vier Kategorien prämiert: 1A sind „Die schönsten der Schönen“, 1 bedeutet „besonders schön“, 2 heißt „schön“ und Gewinner unter der Rubrik 3 „haben eine Anerkennung verdient“. 60 mal verlieh die Jury heuer den Preis 1A.

 Den Blumenschmuck eines ganzen Ortes zu besichtigen, ist keine kleine Aufgabe. Deshalb teilten sich die Preisrichter in vier Gruppen auf und zogen vom Bürgerhaus aus mit nach Straßen sortierten Namenslisten in verschiedene Richtungen los. Voraussetzung für die Bewertung ist, dass der Blumenschmuck von der Straße oder öffentlichen Plätzen aus gut sichtbar ist. „Wenn es innen ein perfekter Traumgarten ist, aber es sind drei Meter Hecke drum herum, kann das keine 1A sein“, sagt Aubele. Entscheidend dafür, unter welche Kategorie ein Blumenschmuck falle, seien der Gesamteindruck, die Menge der Pflanzen, die standortgerechte Auswahl, die farbliche Wirkung und der Pflegezustand. Gleich beim ersten Haus war sich Aubeles Gruppe einig: „Auf jeden Fall ein Preis“. Ein Anwesen, wenige Gehminuten entfernt, löste hingegen Skepsis aus: „Da brauchen wir gar nicht schauen. Da blüht was, aber der Gesamteindruck ist nicht überzeugend“, hieß es aus den Reihen der Juroren.

Kübelpflanzen im Trend

Mit zunehmender Zahl begutachteter Grundstücke kristallisierten sich dann auch die aktuellen Blumen-Trends heraus. Aubele fasst zusammen: „Wunderschön gestaltete Vorgärten und Hauseingänge“ sowie immer mehr Kübelpflanzen, alles in harmonischen Farbgestaltungen, prägten das Bild genauso wie klassische Kombinationen in Kontrastfarben. In diesem sehr heißen Sommer sei der Pflegeaufwand natürlich deutlich höher, so die Vorsitzende. „Pflanzen mit zartem, feinem Grün reagieren empfindlicher auf Hitze als dicklaubigere, robustere Sorten.“ Mediterrane Kübelpflanzen hingegen würden die Sonne lieben. Oleander zum Beispiel sei „viel blühfreudiger“ als sonst, erklärt Aubele. „Wenn das Wetter weiterhin so bleibt, blühen die meisten Blumen schneller ab und  schließen ihren Kreislauf.“ Wie andere Zier- und Nutzpflanzen auch. Sie hätten ja auch früher und heftiger mit der Blüte begonnen.

Wer letztlich in welcher Kategorie gewonnen hat, bleibt vorerst noch ein Geheimnis. Die Blumenpreise werden erst im nächsten Jahr beim Heimatabend des Vereins verliehen, als „Dankeschön der Stadt und des Heimatvereins für die Verschönerung des Ortsbildes“, wie Vorsitzende Aubele betont. Bei der jährlichen Bewertung des Blumenschmucks mitgehen dürfe jeder Interessierte. „Wer neugierig ist und sich ein Bild machen will, ist eingeladen“, lädt Aubele ein.

400 Mitglieder für ein schönes Dorf

Heimatverein Regglisweiler Er wurde im Jahr 1961 gegründet. Seine Hauptaufgabe ist die Verschönerung des Ortsbildes. Dazu gehört unter anderem die Pflege öffentlicher Anlagen wie derjenigen beim Bürgerhaus. Der Verein betreibt auch einen Kräutergarten und eine Kneippanlage. Die Bewertung von Blumenschmuck gibt es in ähnlicher Form seit der Vereinsgründung. Aktuell hat der Heimatverein knapp 400 Mitglieder.

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