Langenau Prädikatsweg ist das Ziel

Das Lonetal ist ein beliebtes Wandergebiet. Foto: Archiv
Das Lonetal ist ein beliebtes Wandergebiet. Foto: Archiv
KURT FAHRNER 07.09.2012
Das Lonetal soll für Ausflügler und Touristen noch attraktiver werden. Zu diesem Zweck strebt der Verwaltungsverband Langenau ein Qualitätszertifikat für den Wanderweg von Amstetten bis Hermaringen an.

Über die Region hinaus bekannt ist das Lonetal vor allem wegen der archäologischen Funde. Die Steinzeitkunst wird auch im Archäopark, der zur Zeit bei Stetten entsteht, im Mittelpunkt stehen. Auch bei Wanderern, Spaziergängern und Radlern ist das Lonetal beliebt, doch die kommen vor allem aus der Gegend. Jetzt schickt sich der Verwaltungsverband Langenau an, das Tal zu einem bundesweit beachteten Ausflugsziel zu machen: mit einem Qualitätswanderweg.

Siegel für Wanderwege erteilen der Deutsche Wanderverband und das Deutsche Wanderinstitut: Der Verband zertifiziert "Qualitätswege Wanderbares Deutschland", das Institut "Premiumwege". Um welches Prädikat sich der Verwaltungsverband für den Lonetalweg bemühen werde, stehe noch nicht fest, sagte Geschäftsführer Hermann Schmid. Zuvor hatte der Verwaltungsrat bei Enthaltung des Weidenstetter Bürgermeisters Georg Engler beschlossen, an einem Zertifizierungsverfahren teilzunehmen. Schmid ist zuversichtlich, dass auch die Gemeinden Amstetten, Lonsee und Westerstetten, die dem Verwaltungsverband nicht angehören, mitziehen. Der Landkreis Heidenheim werde sich wohl ebenfalls beteiligen.

Nach dem Konzept des Verwaltungsverbands sollen 56 Kilometer Wanderweg zertifiziert werden. Westlicher Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Amstetten. Von dort geht es östlich von Bahn und Bundesstraße 10 am Wald entlang nach Urspring zum Lonequelltopf. Dann führt der Weg an der Lone entlang bis zur Mündung in die Hürbe und weiter bis zum Bahnhof in Hermaringen, dem östlichen Endpunkt. Um ein Qualitätssiegel zu erhalten, müssen Weg und Strecke bestimmte Kriterien erfüllen: möglichst naturnah, möglichst gut begehbar, möglichst abwechslungsreich. Beschilderung und Ruhebänke müssen aufgestellt werden. Die Maßstäbe des Wanderinstituts sind dabei noch etwas strenger als die des Wanderverbands.

Knapp 80 000 Euro werde die Zertifizierung des Wanderwegs wohl kosten, sagte Verbandsgeschäftsführer Schmid. Aus dem Leader-Programm zur Regionalentwicklung seien knapp 36 000 Euro Zuschuss zu erwarten. Der Eigenanteil des Verbands betrage 16 000 Euro, der Rest sei Sache der beteiligten Kommunen. Für den Unterhalt des Wanderwegs sei mit jährlich 7000 Euro im Jahr zu rechnen.

Mit einer Ausweisung eines Qualitätswanderwegs könne der Bekanntheitsgrad des Lonetals gesteigert und für die ganze Region Werbung gemacht werden, betonte Schmid. Der Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold sieht darin die Möglichkeit, den sanften Tourismus zu fördern. Oliver Sühring, Bürgermeister von Bernstadt, widersprach nicht, wies aber darauf hin, dass die Tourismus-Werbung insgesamt besser koordiniert werden müsse.

Vorbehalte meldete der Weidenstetter Bürgermeister Georg Engler an. Die Kosten einer Zertifizierung sind seiner Ansicht nach zu hoch. Dafür sei dann auch noch ein Ende der Beschaulichkeit im Lonetal zu befürchten: "Dafür kann ich mich nicht erwärmen."