Leipheim / Patrick Fauß  Uhr
Laut Prognosen wird der Schwerlastverkehr künftig stark zunehmen. Die Polizei hat diese Woche bei Leipheim Lastwagen und Busse durchsucht.

Alte Möbel, die mit Folie umwickelt sind. Ein Mountainbike und ein paar Kisten. Im Laderaum des Kleintransporters könnte sich noch etwas anderes befinden. Drogen zum Beispiel. Dies in wenigen Minuten festzustellen, ist Djangos Aufgabe. Der vierjährige Belgischen Schäferhund der Weißenhorner Polizei springt auf Befehl von Hundeführer Christian Herrmann auf die Ladefläche. Dort lässt er seine Hochleistungsnase nach Kokain, Heroin, Speed oder Marihuana fahnden. Es folgt ein Rundgang um den Wagen. Unter den Schutzblechen und selbst am Kühlergrill wird geschnuppert. Alles sauber. Der Fahrer des rumänischen Fahrzeugs kann weiter fahren.

Ausreißerin entdeckt

Bis Donnerstag kontrollieren 20 Beamte der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Neu-Ulm, der Autobahnpolizeistation Günzburg und der Bereitschaftspolizei aus Königsbrunn auf dem Lastwagenparkplatz der Raststätte Leipheim. Es handelt sich um einen Konzepteinsatz. „Im Mittelpunkt steht Schwerverkehr wie Lastwagen, Reisebusse aber auch Kleintransporter“, erläutert der Einsatzleiter, Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Jehle, von der VPI Neu-Ulm. Auch eine 14-jährige Ausreißerin wurde aufgegriffen und wieder zu ihren Eltern gebracht.

Lastwagen und Busse im Visier

Die Beamten überprüfen auf dem Parkplatz der Raststätte Dokumente von Fahrern und Passagieren, den technischen Zustand der Fahrzuge, ob Lenkzeiten eingehalten wurden. Und ob die Ladung ordnungsgemäß gesichert ist. Fängerfahrzeuge fischen Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr und leiten sie zu den Beamten auf den Parkplatz. Fahrer Maximilian Kropf von der Bereitschaftspolizei aus Königsbrunn hat einen Kleintransporter mit einem betagten BMW auf der Ladefläche ausgemacht. Eine kurze Rechenaufgabe: 3,5 Tonnen darf das Fahrzuge wiegen. Der Wagen selbst bringt mehr als 2 Tonnen mit. So ein BMW wiegt 1,6 Tonnen. Den Beweis für 14 Prozent Übergewicht führt schließlich mobile Waage der Neu-Ulmer Kollegen auf dem Parkplatz. Der Fahrer muss eine Geldbuße von 30 Euro zahlen.

Manchmal warnen sich Lkw- und Busfahrer gegenseitig, erläuterte Wolfgang Jehle. Aber auch an der B10 werden zeitgleich Autos herausgewunken.

Am Ende der viertägigen Einsatz konnten laut Jehle „in der Summe viele Verstöße und Delikte“ aufgedeckt werden. Kaum spektakuläre Vergehen waren dabei. Auch aus Sicht der Verkehrssicherheit zieht die Polizei „eine positive Bilanz“.

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Bilanz der Kontrollen

Ergebnis: 200 Lkw, 17 Reisebusse, 30 Pkw und mehrere 100 Personen wurden kontrolliert. Eine kleinere Menge Marihuana (2 Gramm) wurde gefunden, 22 Ordnungswidrigkeiten wie zu lange Lenkzeiten festgestellt. Bei zehn Alkoholtests von Lkw- Fahrern wurden keine Verstöße festgestellt. Außerdem haben die Fängerfahrzeuge einen Rechtsüberholer erwischt und 22 Handyverstöße zur Anzeige gebracht.