Beimerstetten/Ulm / MATTHIAS STELZER  Uhr
Die Beteiligten des illegalen Rennens, bei dem am Freitagabend ein 18-Jähriger schwer verletzt wurde, müssen mit langen Fahrverboten rechnen.

Es war ein Zeitfahren auf Feldwegen bei Beimerstetten-Eiselau, eine Fahrt gegen die Stoppuhr - bei der der 18-Jährige im Nebel auf einen Baum fuhr. So viel ist klar. Ob das Rennen, an dem sich offenbar mehrere junge Autofahrer beteiligen wollten, lange geplant war, oder spontan verabredet wurde, konnte oder wollte Polizeisprecher Uwe Krause gestern nicht sagen. "Wir ermitteln gegen mehrere Personen", sagte er nur.

So ist das meistens, wenn die Ulmer Polizei mit Autorennen zu tun hat. Denn das Kräftemessen mit dem Gaspedal ist ein Gruppenphänomen. "Die Tuning-Szene trifft sich relativ offen. Zum Beispiel an Tankstellen oder an Fastfood-Restaurants", erklärt Krause. Dort verabredeten sich die meist sehr jungen Autofreaks - "häufig spontan" - zu so genannten Spurt-Rennen. Auf dem Ulmer Innenstadtring aber auch auf den Ausfallstraßen und Bundesstraßen des Landkreises würden gefährliche Wettfahrten ausgetragen.

"Das ist manchmal natürlich auch ein Katz- und Mausspiel und für uns ganz schwer zu greifen", sagt Krause. Seit September hat die Ulmer Polizei drei illegale Spontanrennen gestoppt. Alle wurden auf dem Innenstadtring gefahren und bringen allen Beteiligten - laut Polizei - lange Fahrverbote ein.

"Die Rennen sind für uns zwar kein Unfallschwerpunkt aber immer ein Thema" fasst Krause zusammen. Wichtig ist dem Pressesprecher allerdings auch, zu betonen, dass die Wettfahrten kein Phänomen der Region seien: "Das darf man nicht an Ulm festmachen. Es gibt die gleichen Probleme in Stuttgart, Reutlingen oder Göppingen."

Das führe dann auch dazu, dass sich das Thema illegale Rennen vermehrt in der Prävention niederschlage. Kruse: "Unsere Zielgruppe sind da Berufsschüler und andere junge Erwachsene." Die müssten sich aber nicht nur auf die Vorbeugung mit "schlimmen Unfallbildern" einstellen, sondern auch auf die verstärkte Aufmerksamkeit der Polizei. "Wir werden weiter Schwerpunktkontrollen machen", kündigt Krause an. Die Streifenbeamten gingen dann nach entsprechenden Hinweisen mit ihren Lasern auf die Jagd nach den Rasern.