Ulm Pläne für mehr Internet-Hotspots

Die neueste Idee aus dem Hause Level 421 in der Küfergasse: Ein Wifi-Schild, das mit integrierter Antenne gleichzeitig als Hotspot dient - und auch per iPad den Zugang ins Internet und beispielsweise zu Facebook ermöglicht.
Die neueste Idee aus dem Hause Level 421 in der Küfergasse: Ein Wifi-Schild, das mit integrierter Antenne gleichzeitig als Hotspot dient - und auch per iPad den Zugang ins Internet und beispielsweise zu Facebook ermöglicht. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / FRANK KÖNIG 11.09.2014
Satkom-Spezialist Level 421 baut sein Netz an Hotspots für den mobilen Internet-Zugang aus. Neben Gratis-Zugängen soll ein Bezahlmodell kommen. Derweil gibt es neue Referenzkunden, auch in der Region.

Schnelles Internet steht in der Multimedia-Gesellschaft ganz oben auf der Tagesordnung: mit der digitalen Agenda auf Bundesebene und Breitband-Initiativen der Länder. In Ulm und Neu-Ulm baut neben den Platzhirschen Telekom und SWU-Telenet auch Satkom-Spezialist Level 421 in der Küfergasse über sein Angebot "Ulm-Connect" verstärkt eine Infrastruktur auf: mit Funk.

Nach der Installation von Wireless-Hotspots an zentralen Orten wie Abt am Münsterplatz - hier buchen sich vor allem Touristen ein - und der Sparkasse Neu-Ulm auf der Insel appelliert Level-421-Chef Markus Haut nun an örtliche Hausbesitzer, ihre Dächer für eine flächendeckende Wireless-Versorgung zur Verfügung zu stellen: "Ulm kann nicht länger auf dieses Thema warten."

Haut ist überzeugt, dass mobile Geräte wie Smartphones und Tablets zunehmend Desktopcomputer ersetzen. "Der stationäre Computer hat ausgedient." Ulm-Connect bietet 30 Minuten Internet gratis und hohe Geschwindigkeiten. Die Stadt Ulm hatte zunächst ein ähnliches Projekt mit der SWU Telenet geplant, das Haut aber wegen aus seiner Sicht überzogener Kosten und unfairem Wettbewerb mit einer Eingabe beim Regierungspräsidium verhinderte (siehe Infokasten).

Die neueste Funktechnologie erlaubt bei Downloads bis 450 Megabit pro Sekunde, normal 80 Megabit, und wurde von Level 421 zuletzt in der Platzgasse montiert. Haut mit Blick auf die verbreitete mobile Internetnutzung über Smartphones: "Da limitiert nur das Mobiltelefon".

Neue Modelle von Samsung und das neue iPhone beherrschten aber das höhere Frequenzspektrum, das auch problemloses Streaming von Videos zulässt. Zum Vergleich: Das Ziel der digitalen Agenda lautet vorerst 50 Megabit für alle Haushalte.

Haut arbeitet daran, das Angebot von Ulm-Connect in einer zweiten Stufe zu kommerzialisieren. Eine Bezahllösung soll schon im Oktober kommen: per Kreditkarte, Lastschrift und Paypal. Folgende Modelle sind angedacht: von einer Stunde mit 2,50 Euro und 500 Megabyte Download-Volumen über einen Tag (4,99 Euro, ein Gigabyte) und einen Monat (14,99 Euro und drei Gigabyte) bis zu einem Monat (29,99 Euro und zehn Gigabyte). Es gibt gestaffelte Rabatte für Langzeitnutzer, in der Spitze beim Einjahres-Abo 30 Prozent. Der 30-Minuten Gratis-Zugang bleibt bestehen.

Level 421 hat soeben der Ulm/Neu-Ulm-Touristik den unbegrenzten Gratiszugang zu Ulm-Connect angeboten, der bei Stadtführungen auch von Touristen genutzt werden kann - bisher ohne Reaktion. Haut ist für ein flächendeckendes Netz auf der Suche nach Wireless-Standorten in der Hirschstraße, Kramgasse, Herrenkellergasse, am Marktplatz und in Neu-Ulm auf dem Petrusplatz, am Jahnufer sowie im weiteren Uferverlauf bis Friedrichsau.

Dabei beherrscht das normalerweise mit Sat-Lösungen für Internet in Afrika tätige Unternehmen nicht nur Satelliten- und Funktechnologie sondern die erforderliche Software. So unterbindet Ulm-Connect das urheberrechtlich in der Kritik stehende File-Sharing, wozu komplexe Traffic-Control-Systeme eingesetzt werden. Haut: "Wir schließen File-Sharing aus." Es gebe zu viele staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den Austausch geschützter Musik- oder Filmdateien.

Der Wireless-Spezialist in der Küfergasse weitet mit Ulm-Connect auch die Liste seiner Referenzkunden aus, zu denen Seeberger mit Antenne für das Donautal, Basketball Ulm und die New Golf Lounge im Steinhäule zählen.

Dazu kommt das IT-Unternehmen Innowake in Senden, das die Ulmer per Funk mit einem Speed von 80 Megabit im Download und Upload versorgen: über 22 Kilometer hinweg. Innowake-Geschäftsführer Mirko Schlieman freut sich, mit Level 421 "einen Ausweg aus dem aktuellen Standortnachteil" gefunden zu haben. Der Spezialist für die Modernisierung von Anwendungen mit 70 Mitarbeitern wächst stark in den USA und ist auf schnelle Internet-Verbindungen angewiesen. Eine neue Entwicklung von Level 421 ist ein Hotspot-Schild mit integrierter Antenne und Anschluss über Mobilfunknetze.

Hinweisschilder nötig

Free-Wifi Level 421 hat der Ulm/Neu-Ulm Touristik kostenlose unlimitierte Zugänge zur den Hotspots von Ulm-Connect angeboten, vor allem für Stadtführer, aber auch Touristen. Firmenchef Haut schlägt bei der UNT erneut dringend ein Hinweisschild für die Hotspots in der City vor.

Hot-Spot-Schild Die Firma hat zuletzt eigene Hot-Spot-Schilder mit Antenne entwickelt, für innen und außen, mit LED-Leuchtschriftband für Werbung und Thermodruck für 30-Minuten Gratisbons. Das Gehäuse ist vom Edelstahlspezialisten Sailer in Neu-Ulm, ein erster Prototyp läuft.

Rathaus Die Stadt Ulm wollte ein eigenes Hotspot-Netz aufbauen und anfangs freihändig an die SWU-Telenet vergeben. Level 421 intervenierte danach wegen Wettbewerbsverzerrung beim RP Tübingen. Das Rathaus schreibt die Hotspots nun Ende Oktober aus. Level 421 will sich bewerben.

SWP

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