Freilichttheater Pippi lehrt Piraten das Fürchten

Von Michael Seefelder 03.07.2018

Alle zwei Jahre steht Wain ganz im Zeichen von Pippi Langstrumpf: Im Juli ist es wieder so weit, die örtlichen Pippi-Langstrumpf-Freunde bringen eine Geschichte voller Abenteuer rund um die bärenstarke Kinderbuch-Heldin aus Schweden auf den Wainer Kulturplatz. Die Proben für „Pippi auf den sieben Meeren“ laufen bereits auf Hochtouren. Dr. Thomas Strobel, der zusammen mit Klaus Bretzel wie gewohnt Regie führt, spornt die jungen Darsteller an, in ihren Rollen das Beste zu geben und vor allem Spaß am Theaterspielen zu haben. „Tempo Leute, ein bisschen Pfeffer reinbringen“, ruft er den Akteuren zu, grinst über beide Ohren und gestikuliert. Die Kinder haben ihre Sprech- und Statistenparts schon recht gut im Griff und hauchen der gedruckten Vorlage im Theaterbuch Leben ein.

In der Handlung, die sich am Roman und der gleichnamigen Verfilmung „Pippi in Taka-Tuka-Land“ orientiert, wird Pippis Vater, Kapitän Efraim Langstrumpf, (gespielt von Thomas Stetter) von Piraten gefangen genommen. Er soll ihnen verraten, wo er seinen Schatz vesteckt hat. Nun liegt es an Pippi, die Josephine Simon und Nicole Wipfler verkörpern, ihren Vater aus den Fängen der Bösewichte Blut-Svente und Messer-Jocke zu befreien.

Doppel-Besetzungen

Wie Regisseur Strobel berichtet, wurde der Grundstein, in Wain Pippi-Langstrumpf-Stücke auf die Freilicht-Bühne zu bringen, bereits im Jahr 2000 gelegt. Damals gab es in dem kleinen Ort ein Historienspiel unter der Regie Strobel/Bretzel zu sehen, bei dem auch Kinder mitwirkten. „Dann hatten wir die Idee, ein Kindertheater zu machen“, erzählt Strobel. Die Entscheidung, was gespielt werden soll, fiel bald auf  den Astrid-Lindgren-Stoff. „Wir haben gemerkt: Pippi geht immer“. Alle zwei Jahre wird nun im Wechsel eines der drei Pippi-Langstrumpf-Bühnenstücke einstudiert, jeweils in Doppel-Besetzung, so dass jeder der Darsteller vier von insgesamt acht Aufführungen bestreitet. Dabei bekommen die Erst- und Zweitklässler Rollen als Statisten, die älteren Kinder bis zur sechsten Klasse solche mit Text. Gespielt wird immer unter freiem Himmel.

 Um den wachsenden organisatorischen Aufwand für die Gemeindeverwaltung abzufedern, wurde 2007 der Verein „Pippi-Langstrumpf-Freunde Wain“ gegründet, der heute gut 150 Mitglieder hat. Damit zur Premiere alles perfekt ist, beginnen stets schon im späten Herbst die groben Planungen. Für die rund 50 jungen Darsteller gibt es eine Art Casting, bei der sich die Kinder Rollen aussuchen dürfen.

Begeisterung flacht nicht ab

Auch Schüler, die sich zunächst nicht unbedingt zugetraut hätten, vor großem Publikum zu spielen, kommen zum Zuge. „Sie wachsen mit der Herausforderung“ sagt Daniela Osswald, Schriftführerin des Vereins. Sie wird neben Thomas Stetter als einzige Erwachsene auf der Bühne als Fräulein Prysselius zu sehen sein. Für Kulissen und Soundeffekte sorgen die rührigen Langstrumpf-Fans wieder selbst.

Die Macher der Inszenierung rechnen wie in der Vergangenheit mit regem Besucherandrang. Am Anfang habe man mit nachlassendem Interesse an den Inszenierungen gerechnet, sagt Osswald. „Das ist aber nicht der Fall, es flacht nicht ab“, freut sich die Schriftführerin. Und dass Pippi Langstrumpf auch im Zeitalter der Smartphones noch ihren festen Platz in den Herzen der Kinder hat, zeigt die Begeisterung, die die jungen Akteure am Wainer Kulturplatz schon bei den Proben an den Tag legen.

Sieben Weltmeere, sieben Aufführungen

Der Vorverkauf Die ersten drei Aufführungen am Donnerstag, 19. Juli (9.30 Uhr und 13.30 Uhr) sowie am Freitag, 20. Juli (9.30 Uhr), sind nur für Kindergarten- und Schulkinder gedacht und bereits ausverkauft.
Karten gibt es noch für die Aufführungen am Freitag, 20. Juli (18 Uhr), Samstag, 21. Juli (14 und 18 Uhr) und Sonntag, 22 Juli (13 und 17 Uhr). Die Tickets sind erhältlich im Teeladen Schwendi zu den üblichen Öffnungszeiten und dieses Jahr erstmals auch bei Reservix.  

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel