Wain Pippi lässt’s krachen

Zur Einstimmung nach der Pause stimmten die jungen Schauspieler die zahlreichen Besucher auf die nächsten Abenteuer von Pippi ein.
Zur Einstimmung nach der Pause stimmten die jungen Schauspieler die zahlreichen Besucher auf die nächsten Abenteuer von Pippi ein. © Foto: Manuela Rapp
MANUELA RAPP 22.07.2016
Dieses Mädchen nimmt’s mit allem auf: Ganoven, Haien, feinen Damen. Wer’s nicht glaubt, der sollte sich in Wain mal „Pippi in Taka Tuka Land“ anschauen.

Gangster aufgepasst: Schrecklich kann’s werden, wenn ihr Pippis Weg kreuzt! Dann nichts wie weg. Das gilt auch für die Feinschmecker-Haie, wenn die allzu großen Hunger auf Pippis Freunde haben... Den vielen vor allem jungen Zuschauern hat es bei der Premiere des Wainer Freilicht-Theaters jedenfalls haben die ‚Kraftakte’ ihrer Heldin gut gefallen. Nicht nur ihnen. Die Regisseure Dr. Thomas Strobel und Klaus Bretzel strahlen in der Pause mit der Sonne um die Wette. „Ich bin sehr zufrieden“, erklärt Strobel, der auch Vorsitzender der veranstaltenden „Pippi Langstrumpf-Freunde“ ist. Er spricht von einer „guten Leistung“. Dem kann sein Co-Spielleiter nur zustimmen: „Alles passt.“ Nur etwas langsamer sprechen sollten seine Hauptdarsteller Jette Bezjak (Pippi), Josephine Simon (Annika) und Jonas Kriegl (Thomas). Diesen Rat gibt er ihnen mit in den zweiten Akt. „Bei einer Premiere gibt es immer noch Kleinigkeiten, die man korrigieren muss“, weiß Thomas Strobel.

Diese „Medusin“ – Pippi hat’s nicht so sehr mit Fremdwörtern – nimmt sich das Trio durchaus zu Herzen. Doch die längst zum Allgemeingut gewordenen Geschichten um das stärkste Mädchen der Welt der Schwedin Astrid Lindgren sind ohnehin ein Selbstläufer. In Wain setzt man dabei zur Untermalung auch viele Details ein. Da kommt zum Beispiel die schnöselige feine Dame (Emma Stetter) in einem Miniatur-Auto samt Chauffeur angerollt. So etwas gefällt einfach. Szenenapplaus. Oder das putzige Blasorchester, das den Kindern ordentlich den Marsch bläst.

Hut ab vor der schauspielerischen Ausdruckskraft des Ensembles. Anzumerken ist Jette und Josephine jedenfalls nicht, dass sie Lampenfieber haben. Das berichten die beiden in der Pause. „Wenn man den ersten Satz gesagt hat, dann ist es okay“, findet Jette. Kollege Jonas hingegen sieht die Dinge absolut cool: „Eigentlich ist es ganz normal. Ich habe keine Angst.“ Na ja, als Jette erwähnt, ihr bereite es doch etwas Unbehagen, vor ihrer Klasse aufzutreten, macht auch „Tommy“ Abstriche. Alle drei besuchen nämlich dieselbe Jahrgangsstufe und ihre Kameraden sind heute als Zuschauer dabei.

Jetzt muss aber noch erklärt werden, was die gute Pippi mit ihren Freunden im Schlepptau eigentlich auf der Insel Taka Tuka macht. Nicht jeder hat schließlich einen Papa, der als König eines Südsee-Eilandes arbeitet. Mittels einer Flaschenpost kündigt er seinen Besuch in der Villa Kunterbunt an, um dann Ihre Hoheit, Prinzessin Pippilotta, in sein Reich zu holen. Mit an Bord von Kapitän Langstrumpfs (Thomas Stetter) Schiff „Hoppetosse“: die beiden Geschwister Settergren und als blinde Passagiere das unvermeidliche Fräulein Prysselius alias Prusseliese (Daniela Osswald) und Frau Granberg (Leonie Stetter), die über das Wohl und Weh „ihrer“ Schützlinge walten wollen. Tolle Tage warten auf die Kindertruppe, die zwei illegal Mitreisenden jedoch hätten sich ihre Kreuzfahrt anderes vorgestellt.

Info Wer die Abenteuer von Pippi und dem rund 30-köpfigen Helferteam miterleben möchte, kann vom Wainer Kulturplatz hinter der Schule noch am Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils 18 Uhr, in die Südsee starten.