Dornstadt Panzerfahrer sind Rettern gewichen

Schwer beeindruckt waren die geladenen Gäste vom Rettungszentrum der Sanitäter in der Dornstadter Rommelkaserne.
Schwer beeindruckt waren die geladenen Gäste vom Rettungszentrum der Sanitäter in der Dornstadter Rommelkaserne. © Foto: Joachim Lenk
Dornstadt / JOACHIM LENK 17.07.2015
Das Sanitätsregiment 3 ist seit November neuer Hausherr in der Rommel-Kaserne in Dornstadt. Zusammen mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm entsteht der größte Sanitätsstandort in Deutschland.

"Wir haben uns sehr gut eingelebt", sagt Dr. Thorsten Schütz, Kommandeur des Sanitätsregiments 3, das seit acht Monaten in der Rommel-Kaserne beheimatet ist. Am Mittwochnachmittag hatten erstmals rund 100 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und öffentlichem Leben die Möglichkeit, den neuen Hausherrn über die Schulter zu schauen. Auch von militärischer Seite war das Interesse groß: Unter den Gästen waren vier Generale, Generalleutnant Richard Roßmanith, Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung in Ulm, sowie Generalarzt Dr. Armin Kalinowski, Chef des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses, und deren Stellvertreter.

Aus dem ehemaligen Panzerstandort ist "eine Kaserne mit einem humanitären Schwerpunkt" geworden, informierte Oberstarzt Schütz. Derzeit sind in Deutschland drei neue Sanitätsregimenter im Aufbau. Eines davon befindet sich in Dornstadt. Zusammen mit dem Bundeswehrkrankenhaus in Ulm entsteht in der Region der größte Sanitätsstandort der Bundeswehr.

Von 2016 an erhält das Sanitätsregiment 3 nach und nach Zuwachs von 180 Sanitätern des Gebirgssanitätsregiments 42, das derzeit noch in Kempten stationiert ist. Ende 2016 ist laut Schütz sein Verband komplett. Er umfasst dann acht Kompanien mit rund 900 Soldaten. Zwei zusätzliche Kompanien sind für die zivil-militärische Zusammenarbeit vorgesehen. Sie werden im Katastrophenfall im Inland mit 300 Reservisten aktiviert, bestehend aus Ärzten und Pflegern. Außerdem gibt es ein Ausbildungs- und Simulationszentrum in der Rommel-Kaserne. Die Soldaten des Regimentes hatten in den vergangenen Monaten bereits weltweit Einsätze im Auftrag der Nato und der Europäischen Union. Anfang Juni waren 120 Männer und Frauen mit drei Rettungsstationen und zehn Sanitätsfahrzeugen beim G7-Gipfel im bayerischen Ellmau vertreten. Nicht nur eine solche Rettungsstation, sondern auch eine "Modulare Sanitätseinrichtung" wurde den Gästen gezeigt. Dieses transportable Krankenhaus wird für militärische und humanitäre Einsätze genutzt. Darin gibt es die Bereiche Facharzt, Operation, Intensiv, Pflege, Labor, Arzneimittelversorgung, Anästhesiologie, Urologie, Gynäkologie und Zahnchirurgie. "Die Leistungsfähigkeit ist mit der eines zivilen Krankenhauses zu vergleichen", sagte Schütz.

Landrat Heinz Seiffert war beeindruckt von den Fähigkeiten der Soldaten. Er zeigte sich erleichtert, dass die Garnison im Alb-Donau-Kreis mit den Sanitätern auf weitere Jahre gesichert sei. Die Sanitäter bedauerten, dass die Gemeinde Dornstadt, mit der sie eine Patenschaft eingehen wollen, keinen Vertreter geschickt hatte.