Demokratie Ortschaftsrat bleibt arbeitsfähig

Blaubeuren / Thomas Spanhel 27.06.2018

Der Ortschaftsrat des Blaubeurer Teilorts Seißen bleibt arbeitsfähig. Trotz des Rücktritts von vier Mitgliedern. In der jüngsten Sitzung hat Ortsvorsteherin Barbara Rüd den 67-jährigen Gottfried Schmitt als Nachrücker verpflichtet. Außerdem ist Ortschaftsrat Hans-Georg Steeb doch nicht zurückgetreten. Ebenfalls in der Sitzung am vergangenen Donnerstag sind die Rücktrittsgesuche von Birgit Rösch, Tobias Niebel, Thomas Breitinger und Thomas Binder akzeptiert worden. Das Gremium besteht nun also aus sieben Mitgliedern.

Ausgangspunkt für die Krise im Seißener Rat war die Ablehnung eines Bauantrags für ein neues, knapp 30 Meter hohes Verwaltungsgebäude der ansässigen Firma Rehm Thermal Systems. Der Blaubeurer Gemeinderat stimmte dem Vorhaben dann allerdings zu. Anschließend mussten sich die Ortschaftsräte anhören, dass sie sich nicht gegen den Gemeinderat durchsetzen können. Zwei von ihnen – Rösch und Niebel – erlitten zudem durch Reaktionen der Firma persönlich-familiäre Nachteile (wir berichteten). Vor allem aus Solidarität mit den beiden erklärten auch Thomas Breitinger, der 24 Jahre im Ortschaftsrat war, und Thomas Binder, der 14 Jahre im Rat wirkte und seit 31 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, ihren Rücktritt. Diesen Schritt hatte auch Hans-Georg Steeb angekündigt, konnte allerdings von Ortsvorsteherin Barbara Rüd und Ortschafts- und Gemeinderat Hubert Bold umgestimmt werden.

Darüber ist auch der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold erleichtert. „Ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Problematik“ in Seißen sei gelungen. Nunmehr könne das demokratische Gremium wieder „ein Zeichen dafür sein, dass es für das Dorf sehr wichtig ist, einen guten und stabilen Ortschaftsrat zu haben“.

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