Investitionsliste Ortschaftsräte sehen Suppinger Anliegen missachtet

Kaputtes Fenster des Suppinger Rathauses.
Kaputtes Fenster des Suppinger Rathauses. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Suppingen / Sabine Graser-Kühnle 02.10.2018
Vorwurf: Seit Jahren passiere in Sachen Rathaus-Sanierung oder Friedhof-Umgestaltung nichts.

Sehr unzufrieden sind die Ortschaftsräte darüber, wie wenig die Stadt Laichingen in den vergangenen Jahren Suppinger Investitionswünsche im Haushalt berücksichtigt hat. Von einer Liste mit 23 Wünschen, aufgeteilt in drei Prioriäten, sind bislang lediglich zwei zur Zufriedenheit der Suppinger Räte umgesetzt worden. Dabei gehen Anträge teilweise noch auf das Jahr 2014 zurück. Dabei stellen die Räte in einigen Punkten dringendsten Handlungsbedarf fest.

So betonte Ortschaftsrätin Heidemarie Burkhardt in der jüngsten Sitzung, dass die Fensterscheiben im Suppinger Rathaus, insbesondere die in der Bühne, schon fast aus ihren Rahmen fallen. Dabei sind es nicht nur die Fensterrahmen, die dringend einer Sanierung bedürften, sondern auch die Holzleibungen, die nach abgeblättertem Lack der Witterung schutzlos ausgeliefert sind. Die Außen- und Innensanierung des Rathauses hatte der Ortschaftsrat bereits 2015 angemahnt, für 2018 wurden dann insbesondere die Fenster explizit priorisiert, berichtete Ortsvorsteher Bernd Kühnle.

Kein Gehör für Kleinigkeiten

Kein Verständnis konnte Heidemarie Burkhardt auch dafür aufbringen, dass für die Suppinger Chronik keine Mittel bereitgestellt werden. Ortschaftsrat Ludwig Nüßle hatte sich bereit erklärt, die Chronik zu schreiben. Text und Bebilderung, alles stehe, doch für den Druck fehlten noch rund 10.000 Euro. „Das kann doch nicht sein, dass so viel Zeit investiert wurde, alles fertig ist, und es jetzt am Geld scheitern soll“, meinte Burkhardt. Selbst Kleinigkeiten hätten bisher kein Gehör gefunden beim Laichinger Amt für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung, ergänzte Kühnle: etwa Mülleimer vor der Kornberghalle, die sich bei Regen immer mit Wasser füllen, oder die Erneuerung der an einzelnen Stellen durchgerostete Dachrinne an der Aussegnungshalle. Vom Bauamt wünschte sich der Ortsvorsteher nicht nur Gehör, sondern auch, dass die zuständigen Sachbearbeiter sich die Dinge öfter vor Ort ansehen.

Negative Folgen

Dabei könnte größerer Schaden im Keim erstickt werden, wenn man ihn rechtzeitig bearbeite: Etwa die Gefahr, dass ins Mauerwerk eindringendes Wasser die Friedhofsmauer schädigt. Der Austausch loser Biberschwanzplatten darauf könnte das verhindern. Wünsche wie ein Ortsleitsystem seien ohnehin aussichtslos, meinte der Ortsvorsteher: „Das wird sowieso abgelehnt, das kann ich euch jetzt schon sagen.“

Weil sie kaum abgearbeitet wird, wird die Suppinger Liste immer länger. Die Ortschaftsräte wollen jedoch nichts streichen, beharren darauf: So, wie sie seit 2014 aufgestellt ist, wird sie auch dieses Mal wieder eingereicht. Allerdings gibt es wenige Änderungen und eine Ergänzung: Die Umgestaltung des Friedhofs wird von Priorität zwei auf die oberste Priorität gesetzt. „Die Urnengräber werden knapp, da muss was geschehen“, sagte Kühnle. Obendrein will der Ortschaftsrat sechs dringend zu sanierende Feldwege benennen, wenn Kühnle auch die Hoffnungen dämpfte: „Eine Asphaltierung kommt nicht mehr in Betracht, ich habe die klare Aussage bekommen, Feldwege werden nur noch geschottert.“ Neu auf die Liste genommen haben die Räte den dritten Bauabschnitt des Wohngebiets „Falge“. Im Hinblick darauf, wie lange der Laichinger Beschluss zum zweiten Bauabschnitt gedauert habe, wolle man den neuen Antrag zeitig stellen – zumindest auf Prioritätsstufe zwei.

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