Berghülen Orgelkonzert für die Renovierung

Fabian Schwarzkopf (links) und Manuel Kaupp gaben in Berghülen ein Konzert auf der Schmahl-Orgel. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Fabian Schwarzkopf (links) und Manuel Kaupp gaben in Berghülen ein Konzert auf der Schmahl-Orgel. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Berghülen / SABINE GRASER-KÜHNLE 11.04.2012
An Karfreitag ertönte Orgelmusik in der Berghüler Kirche "Zum Hl. Laurentius". Fabian Schwarzkopf und Manuel Kaupp konzertierten.

Für die Restaurierung der original Schmahl-Orgel in der Berghüler Kirche "Zum Hl. Laurentius" spielten der Laichinger Manuel Kaupp, Student der Kirchenmusik, und Fabian Schwarzkopf, Orgelschüler an der Leipziger Thomaskirche, an Karfreitag. Sie ließen die originale Rokoko-Orgel in ihrer ganzen Pracht erklingen. Ruhig und dabei zügig geführt setzte der Barockkomponist Dietrich Buxtehude mit dem Präludium a-Moll BuxWV 153 den Anfang. Die reichen Verzierungen und vielen Tonketten verlangten dem Organisten Kaupp eine gute Fingerfertigkeit ab, der teils lang anhaltende begleitende Basston erzeugte eine meditative Stimmung. Werke aus dem Barock waren in diesem Konzert Ton angebend.

Aus einem Oberton-dominanten Vorspiel von Pachelbels Toccata e-Moll entblätterte sich das flotte Motiv im Mittelteil flirrend, aus den Tiefen der Orgel tönten die Echos. Ganz anders seine Magnificat-Fuge primi toni No. 1 in d-Moll: inniglich warm spielte Fabian Schwarzkopf diesen Satz, der ungewöhnlich für den Barock nahezu gänzlich ohne schmückendes Kompositions-Beiwerk und Akkorde auskommt.

Wunderbar setzte Manuel Kaupp Bachs Präludium h-Moll, BWV 544a um: Das vorwärts drängende Thema, die polyphone Vielfalt versetzt mit mächtigen Bassklängen, die eine rege Pedalarbeit erforderten. Bachs Triosonate No. 5 BWV 529 ertönte fast leuchtend im fließend dargebotenen Allegro. Der Grund ist hier freilich in der C-Dur Tonart zu suchen, was Bach im Largo durch zahlreiche Halbtonschritte wieder in einen ernsten Charakter zurück führte. Leichthändig und mit erstaunlich fedriger Pedalarbeit präsentierte Schwarzkopf die gegenläufigen Stimmen in Vincent Lübecks Präambulum c-Moll.

Dagegen tanzten die beiden Choralvorspiele des französischen Komponisten Marcel Dupré aus der Reihe. Dupré wirkte am Beginn des 20. Jahrhunderts und die beiden Sätze hob sich mit einer fast stilisierten Ästhetik ab von den übrigen barocken Werken dieses Abends. "Oh Haupt voll Blut und Wunden" war reduziert auf die Basistöne der Melodie und die dazugehörigen Akkorde und in "Da Jesus an dem Kreuze stund" ersetzten dissonante Akkorde das Thema. Manuel Kaupp hat mit diesen beiden Stücken den Geist des Karfreitag mit Klängen des Fastens und Büßens hervorragend aufgegriffen.

In der Lesung stellte Pfarrer Johannes Koch die Bedeutung des Bildes Jesus am Kreuz für die Menschheit in den Mittelpunkt.

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