Seit dem Jahr 2012 treibt Paul Seybold als Bürgermeister von Holzkirch die Idee um, vor allem für die Älteren seiner rund 260 Einwohner zählenden Gemeinde Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Ziel ist es, ihnen Anforderungen des Alltags nachhaltig erleichtern zu können.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte Seybold daraufhin Oliver Sühring und Sabine Megnin vom Bernstadter Verein "Tatkraft" zu einer Sitzung des Holzkircher Gemeinderats eingeladen. Vor dem Gremium stellten sie den erfolgreich praktizierten Weg der Nachbarschaftshilfe in der Nachbargemeinde vor. Die Holzkircher Ratsmitglieder waren angetan.

Jüngst folgten 25 Bürger aus Holzkirch Seybolds Einladung ins Gemeindehaus zu einer Informationsveranstaltung mit dem Ziel, im Dorf Nachbarschaftshilfe "in vereinsmäßigen Strukturen" zu verwirklichen. Dazu referierten Oliver Sühring und Sabine Megnin, die für Holzkirch folgende Lösung vorschlugen:

Im Ort solle in Kooperation und mit Unterstützung des Vereins "Tatkraft" ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein zur Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen werden. Dieser soll den auf Holzkirch abgestimmten Bedarf an ehrenamtlich zu erbringenden Leistungen für Hilfesuchende notieren. Als Beispiele wurden Unterstützung in Haushalt, Hof und Garten, Fahrdienste zu Einkauf, Arzt und Behörden oder Begleitung zu Veranstaltungen sowie Spaziergänge genannt.

Zu installieren sei dazu im Ort ein Helferkreis und zudem eine Einsatzleitung, aus welchen personell abgestimmt die Leistungen angeboten werden. In Claudia Glöggler sei eine Einsatzleiterin für Holzkirch bereits gefunden, war bei der Veranstaltung zu hören. Fest eingeplant sei, den zu gründenden Holzkircher Verein verwaltungsmäßig über die Bernstadter "Tatkraft"-Geschäftsstelle zu betreuen. Finanzieren soll sich der Holzkircher Verein wie in Bernstadt aus Mitgliedsbeiträgen von derzeit 15 Euro pro Jahr - sowie aus Spenden, Veranstaltungen und Sponsorengeldern, aber auch von erhobenen Leistungsentgelten.

Letztere betragen laut Sabine Megnin zehn Euro pro erbrachter Stunde. Zwei Euro fließen dem Verein zu, acht Euro bekommen die Hilfeleistenden als Aufwandsentschädigung. Sollten die Behörden eine Hilfsbedürftigkeit festgestellt haben, würden die Aufwendungen den Hilfesuchenden ersetzt, hieß es. Wie in Bernstadt soll der Holzkircher Nachbarschaftshilfeverein aus dem Ort und für den Ort wirken, ergänzende Unterstützung für Hilfesuchende schaffen im Sinne von "Miteinander - Füreinander". Auf der Basis von Vertrauen. Bürgermeister Seybold zeigte zuversichtlich, diesen Weg in Holzkirch weiterverfolgen und die Nachbarschaftshilfe in die Tat umsetzen zu können.