Offenhausen Offenhausenerin Carla Häfner ist mit Büchern für die Kleinsten erfolgreich

Die in Offenhausen lebende Kinderbuchautorin Carla Häfner.
Die in Offenhausen lebende Kinderbuchautorin Carla Häfner. © Foto: Volkmar Könneke
Offenhausen / HELMUT PUSCH 11.07.2016
Sie wohnt in Offenhausen und hat bereits sieben Bücher in namhaften Verlagen veröffentlicht: Carla Häfner ist eine erfolgreiche Kinderbuchautorin.

Ihre Leser sind streng genommen keine. Denn ihre Zielgruppe bekommt die Bücher Carla Häfners vorgelesen oder vorgesungen – manche schon bevor sie auf der Welt sind. Carla Häfner schreibt für Kleinkinder und jetzt sogar für Ungeborene.

Eigentlich ist die gebürtige Braunschweigerin Medizinerin, hat in Boston und Göttingen studiert. Und dort lernte sie auch ihren Mann kennen. Der stammt aus Ulm. Seit 2003 wohnt die 38-Jährige an der Donau. 2009 kam ihr erster Sohn Justus zur Welt – viel zu früh. Carla Häfner schrieb für das Frühchen Gedichte und Lieder, um die traumatische Situation zu verarbeiten, aber auch um den Kontakt zu ihrem Sohn herzustellen. „Da kann man seine Emotionen hineinpacken, sie dem Kind mitteilen, es spielerisch berühren und streicheln“, sagt sie heute rückblickend. „Ich habe damals Lieder gesucht, die sich mit Körperwahrnehmung beschäftigen und keine gefunden, also habe ich sie selbst geschrieben.“

Und weil die Mutter das Gefühl hatte, dass es auch anderen Eltern in solchen Situationen ebenso ergehen könnte, machte sie daraus ihr erstes Buch: „Es tanzt ein kleiner Pinguin“ heißt es. Lange suchen musste sie nicht nach einem Verlag. „Ich hatte mich an verschiedene gewandt und mehrere meldeten sich zurück.“ Am Schluss bekam der Mainzer Schott-Verlag den Zuschlag, einer der renommiertesten und traditionsreichsten Musikbuchverlage überhaupt.

Als Kind hatte Carla Häfner Klavier gelernt, auch ein paar Jahre Orgel und im Schulorchester Klarinette gespielt. Trotz ihrer fundierten Ausbildung entstehen ihre Lieder aber nicht am Instrument: „Ich singe die Verse zuerst, und dann setze ich mich ans Klavier, um zu schauen, welche Noten das eigentlich sind, und die schreibe ich dann auf. “

Carla Häfner ist mehrfache Mutter und Medizinerin. Und aus diesen beiden Perspektiven macht sie auch ihre Lieder. „Aus der Medizin weiß ich, welche körperlichen Bedürfnisse Kinder in welchem Alter haben, als Mutter sehe ich die emotionale Seite, weiß wie radikal sich die eigene Welt verändert, wenn man das erste Kind bekommt.“

Ihre ersten sechs Bücher wandten sich an die Eltern von Kleinkindern. Ihr eben erschienenes siebtes an werdende Eltern. Und wieder entstand die Idee dafür im Umgang mit ihren Kindern. „Als ich mit meinem dritten Kind schwanger war, sang ich viel für die beiden Großen. Nach der Geburt war ich dann überrascht, welche Wirkung ein Gute-Nacht-Lied, das ich immer abends gesungen hatte, auf meinen neugeborenen Sohn hatte“, erzählt Carla Häfner. „Wenn er unruhig war und es hörte, hörte er sofort auf zu weinen. Irgendwie schien er das Lied bereits zu kennen.“ Carla Häfner recherchierte. Und die Forschung gab ihr Recht: Kinder hören im Bauch der Mutter, können Melodien erkennen und sich nach der Geburt an sie erinnern. Doch in ihrem neuen Buch „Hallo Baby, hier singt Mama“ referiert Carla Häfner nicht nur den Forschungsstand, sie beantwortet auch Fragen wie etwa „kann mir Musik bei der Geburtsvorbereitung helfen?“ „Welche Musik mag mein Baby?“ und zeigt, wie über das Singen eine erste Kontaktaufnahme mit dem Kind gelingen kann.

Hörbeispiele dafür gibt es auf der beiliegenden CD. Die hat Carla Häfner allerdings weder eingespielt noch eingesungen: „Ich habe da professionelle Partner.“ Der Berliner Produzent Thomas Lotz und die Sopranistin Franziska Richter.

Titel und Verlage

Bücher Die Bücher Carla Häfners sind in verschiedenen Verlagen erschienen: „Es tanzt ein kleiner Pinguin“ und „Hallo Baby, hier singt Mama“ (Schott Music), „Zi-Za-Zappelfinger“, „Bist du kitzlig, kleiner Bär?“ und „Das kleine Autobuch“ (Fischer Duden), „Mäh und muh – wer bist du?“, „Auf und zu – wo bist du? Elefant und Kakadu“ (Fischer Sauerländer), „Das verrückte Klassenbuch“ (Breitschopf), „Da kommen die Fahrzeuge“ (Ravensburger).

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel