Gesundheit Offen über Demenz und ihre Folgen sprechen

Christine Metzger von der Diakonischen Bezirksstelle Ulm bringt das „Projekt Demenz Ulm“ nach Langenau und wird dabei unterstützt von Bürgermeister Daniel Salemi.
Christine Metzger von der Diakonischen Bezirksstelle Ulm bringt das „Projekt Demenz Ulm“ nach Langenau und wird dabei unterstützt von Bürgermeister Daniel Salemi. © Foto: Markus Fröse
Langenau / Markus Fröse 14.04.2018

Die Verkäuferin eines Obst- und Gemüseladens wundert sich über den alten Mann, der jeden Tag größere Mengen einkauft.  Denn sie weiß, dass der Mann alleinstehend ist. Zudem fällt  auf, dass er sich im Gegensatz zu früher viel nachlässiger kleidet. Ist der Mann dement? Und wenn ja, wie damit umgehen?

Das weiß Christine Metzger, die vom oben genannten realen Beispiel berichtet. Als Soziale Fachkraft bei der Diakonischen Bezirksstelle betreut sie das „Projekt Demenz Ulm“. Und  spricht am Montag, 16. April, um 18.30 Uhr im Pfleghofsaal Langenau über das Thema „Wissen, was Demenz ist und wie ich Menschen mit Demenz begegne“.

Der für alle Interessierten offene Kurs ist kostenlos und wird von der Stadt Langenau unterstützt. Als Teil der bundesweiten Aufklärungsinitiative „Demenz Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft soll der Kurs   Tipps zu den großen und kleinen Fragen rund um das Thema  vermitteln. Und das geht eigentlich fast jeden an, findet Langenaus Bürgermeister Daniel Salemi.

Denn in einer  Gesellschaft mit einem immer größeren Anteil an alten Menschen, steige  auch die Anzahl der Dementen. Sogar in Gemeinden mit vergleichsweise jungem Altersdurchschnitt wie Langenau. Denn die Nau-Stadt zieht nicht nur viele junge Familien an, weiß Salemi. Sondern eben auch alte Menschen, die sich für ihren Lebensabend  einen Wohnort  wünschen, der eine Rundum-Versorgung bietet.

Infos rund um das Thema Demenz, sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Kontakte zu knüpfen, bietet die Diakonie Ulm bereits seit einiger Zeit für alle Interessierten im Langenauer Altenheim Sonnenhof an, in der gut besuchten Reihe „Gesprächscafé“.  Mit dem Vortrag im Pfleghof wolle man eventuell noch vorhandene Hemmschwellen  absenken, „um möglichst viele Menschen zu erreichen“, erklärt Metzger.

Geboten werde Basiswissen. Sinnvoll sei der Kurs aber nicht nur für betroffene Familienangehörige vom Lebenspartner über die Kinder bis hin zu den Enkeln.  Sondern wie im eingangs genannten Beispiel auch für alle Menschen, die beruflich mit der Öffentlichkeit zu tun haben.  Wer mehr Beratung benötige könne einen Termin mit der Diakonie in Ulm vereinbaren (siehe Info). Sollte es in Langenau einen größeren Bedarf geben, kann  sich die Referentin  künftig auch monatliche Beratungstermine vor Ort vorstellen.

All dies werde die Stadt unterstützen, sagt Salemi. Mit Geld, zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und Werbung für Veranstaltungen zum Thema. Aufklärung darüber sei auch für die Stadt „gesellschaftlicher Auftrag“, findet der Bürgermeister. „Ich habe die Rathaus-Mitarbeiter deshalb eingeladen, als Fortbildung am Kurs teilzunehmen.“

Hilfe für Erkrankte und Angehörige

Kontakt Das Projekt Demenz Ulm ist angesiedelt in der Diakonischen Bezirksstelle, Grüner Hof 1 in Ulm, Tel. (0731) 153 85 05. Weitere Infos unter projektdemenzulm.de.

Beratung Die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg ist erreichbar unter Tel. (0711) 24 84 96 63, von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr.

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