Energie Öllinger Räte kritisieren Denkmalamt heftig

KURT FAHRNER 17.02.2017
Öllinger Räte sind wegen einem verhinderten Windpark sauer auf Behörde. Sie halten sich eine Ersatzforderung offen.

Bürgermeister Georg Göggelmann und die Öllinger Gemeinderäte  haben in der Sitzung das Landesamt für Denkmalpflege kritisiert. Die Behörde habe es versäumt, bei der Ausweisung des Öllinger Vorzugsgebiets für einen Windpark durch den Regionalverband rechtzeitig die Vorbehalte und Einsprüche hinsichtlich des Welterbes Lonetal einzubringen. „Alle schrien Juchhe“, sagte Gemeinderat Gottfried Kaiser. Und nun habe sich der Windpark bei Öllingen erledigt.  

Gemeinderat Kaiser hofft, dass das Landesamt für Denkmalpflege der Gemeinde und den betroffenen Grundstückseigentümern bereits entstandene Kosten für den Windpark ersetzt. Unterstützung fand Kaiser bei Ratskollege Karl Junginger. „Blöd gelaufen“, befand  Bürgermeister Göggelmann. Und sah ebenfalls  das Landesamt als als Verursacher der gegenwärtigen Misere, das verspätet auf die Ausweisung des Öllinger Vorzugsgebiets als Windpark reagiert habe.

Das Landratsamt Alb-Donau hatte einen entsprechenden Antrag der ENBW abgelehnt. Der Energieversorger plante, auf dem vom Regionalverband Donau/Iller ausgewiesenen Vorzugsgebiet auf nordwestlicher Gemarkung Öllingens drei Windräder zu errichten. Die Genehmigungsbehörde folgte damit einer Vorgabe des Landesamts, das mit den drei geplanten Windkrafträdern die Ausweisung der Fundstellen als Unesco-Welterbe in Gefahr sieht (wir berichteten).

Bürgermeister und Räte kamen überein, vorerst von Ersatzansprüchen für Kosten im Zusammenhang mit der Ausweisung des Vorzugsgebiets abzusehen. Diese  jedoch anzumelden, falls die ENBW ihrerseits Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid des Landratsamt erhebe.

Letzteres sei bisher noch nicht geschehen, führte Göggelmann aus. Und berief sich dabei auf die ENBW-Projektleiterin für Windenergie, Valerie Hinrichs, die ihm verdeutlicht habe, dass die Entscheidung über den Widerspruch die ENBW-Konzernspitze treffe.

Bürgermeister Göggelmann informierte darüber hinaus über seine Gespräche in dieser Sache mit dem Landratsamt. Von dort sei ihm klargemacht worden, dass die Ablehnung des ENBW-Antrags auf Geheiß „höherer Stellen“ erfolgt sei, also diktiert worden sei.