Öllingen Öllingen muss wohl Kredit aufnehmen

Öllingen / KURT FAHRNER 03.02.2015
Nach fünf Jahren muss Öllingen erstmals wieder einen Kredit aufnehmen, um den Haushalt auszugleichen. Zudem ist ein Griff in die Rücklage nötig.

"Solide, aber deutlich schlechter als im letzten Jahr." So fasste Roland Grandel, Finanzfachbeamter des Verwaltungsverbands Langenau, den Haushalt 2015 der Gemeinde Öllingen zusammen. Mehrausgaben bei geringeren Einnahmen, höhere Umlagen bei weniger Schlüsselzuweisungen: Dies sind laut Grandel die Gründe, warum die Zuführungsrate, also der Überschuss des Verwaltungshaushalts, deutlich geringer ausfallen wird als im vergangenen Jahr.

Im Vermögenshaushalt mit den Investitionen stehen unter anderem 90.000 Euro für den Kauf einer Hofstelle, 130 000 Euro für den Ausbau von Feldwegen und 50.000 Euro für die Sanierung der Kanalisation. Hinzu kommen etwa 79.000 Euro, die Öllingen anteilig für die Sanierung der Birkenfeldhalle in Setzingen bezahlt, sowie 15.000 Euro für neues Mobiliar im Feuerwehrgerätehaus. Finanziert werden soll all dies mit 50.000 Euro aus dem Ausgleichstock des Landes, mit einer Rücklagenentnahme von 200.000 Euro und einem Kredit über 80.000 Euro. Wenn es so kommt, macht Öllingen zum ersten Mal seit fünf Jahren Schulden.

Das scheint Bürgermeister Georg Göggelmann und die Gemeinderäte kaum zu beunruhigen. Grandels Hinweis, dass die Gemeinde angesichts der Defizite in der Wasserversorgung, in der Abwasserbeseitigung und im Bestattungswesen die jeweiligen Gebühren erhöhen müsste, erregte da erheblich mehr Aufmerksamkeit. "Wir werden uns darüber unterhalten müssen", kündigte denn auch Bürgermeister Göggelmann schon mal an.

Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen: 1,32 Millionen Euro

(Vorjahr: 1,1 Millionen Euro)

Verwaltungshaushalt: 896.000 Euro (900.000)

Vermögenshaushalt: 428.000 Euro (202.000)

Zuführungsrate: 97.000 Euro (150.000)

Steuereinnahmen: 649.000 Euro (632.000)

Schulden: 800.000 Euro (0)

Einwohner: 543 (543)

 

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