Energie Ökostrom ist für Kaufmann kein Thema

LED-Leuchten am Straßenrand in Laichingen helfen der Stadt beim Stromsparen. Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als herkömmliche Lampen. Nur Ökostrom will der Bürgermeister aber momentan nicht kaufen.
LED-Leuchten am Straßenrand in Laichingen helfen der Stadt beim Stromsparen. Sie verbrauchen deutlich weniger Energie als herkömmliche Lampen. Nur Ökostrom will der Bürgermeister aber momentan nicht kaufen. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 03.01.2018
Trotz minimaler Mehrkosten lehnt der Laichinger Bürgermeister eine Veränderung beim Strombezug ab.

Ökostrom für die Stadt Laichingen einzukaufen, das käme günstiger als bisher gedacht. Das hat ein Vergleich der Marktpreise ergeben. Wäre eine Neuorientierung also ein guter Vorsatz von Stadtverwaltung und Gemeinderat für‘s neue Jahr? Eine Entscheidung der Stadträte dazu steht noch aus. Eines ist mittlerweile sicher: Viel teurer ist der „Grüne Strom“ im Vergleich zum bisher eingekauften Strommix nicht. Dabei hatte Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann in der Novembersitzung des Gemeinderats damit argumentiert, die Stadt könne sich mit ihrer finanziellen Lage Ökostrom nicht leisten.

Wie dem Gemeinderat versprochen, legte Kämmerer Thomas Eppler dem Gremium in der Sitzung im Dezember die aktuellen Marktpreise vor. Für Strom aus regenerativen Energiequellen müsse die Stadt 6000 Euro höhere Stromkosten bezahlen. Bei einem Jahresvolumen von 650 000 Euro wären das Mehrkosten von weniger als ein Prozent.

Würde der Gemeinderat beim Stromeinkauf obendrein auf das Alter der Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie achten wollen und nur Energie aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraftanlagen beziehen, die jünger als sechs oder zwölf Jahre alt sind, würde das Mehrkosten von rund 15 000 Euro jährlich bedeuten, sagte Eppler. Allerdings gab der Kämmerer zu bedenken, dass dieser Ökostrom aus neueren Anlagen dann wohl überwiegend aus dem Ausland käme, denn deutsche Anlagen seien meist älter.

Im Zusammenhang mit der Preisermittlung habe sich im Übrigen herausgestellt, dass die Stadt bislang bereits einen Strommix beziehe, der zur Hälfte aus erneuerbarer Energie stammt, zur anderen Hälfte aus herkömmlicher Erzeugung, ergänzte Eppler. Ein Umstand, der der Verwaltung offensichtlich bisher nicht bewusst war. Für Bürgermeister Klaus Kaufmann besteht jedenfalls nach wie vor kein Grund, noch mehr Ökostrom einzukaufen. Er empfahl den Räten, den bisherigen Strommix „möglichst beizubehalten“.

Stromtankstelle im Visier

Bei der Mobilität setzt er aber weiter auf Elektromobilität – schon seit 2015, wo er nach langem Ringen gegenüber dem Gemeinderat finanzielle Mittel für Stromtankstellen in den Haushalt hat einstellen lassen. Seither ruhen die Gelder dort. 2017 hätte die erste Tankstelle in Betrieb gehen sollen. Doch das wird wohl erst in diesem Jahr gelingen.

Als Grund für die Verzögerung gab Kaufmann an, dass die Tankstellen ohne jede weitere Verpflichtung der Stadt betrieben werden sollen. „Laichingen will weder mit dem Betrieb, dem Unterhalt noch der Abrechnung etwas zu tun haben.“ Nun sei es ihm endlich gelungen, mit dem Albwerk dahingehend eine Einigung zu erzielen. Der Antrag für die Ladetankstellen sei nun gestellt, voraussichtlich ergehe der Bescheid im März und werde dann dem Gemeinderat vorgestellt.

Nach den Diskussionen, ob die Stadt nun „öko“ sei oder nicht, war dem Bürgermeister wichtig zu betonen, dass die Stadt sehr wohl ein Auge auf sparsames Energiewirtschaften habe. So stellt die Stadt seit 2012 die Straßenbeleuchtung um auf LED. Die LED-Lampen werden zwar nicht mit Ökostrom betrieben, haben aber durch die Stromersparnis gleich zwei Vorteile: einen ökologischen und freilich einen ökonomischen. Seit Beginn der Umstellung wurden rund 132 000 Kilowattstunden Strom in Laichingen gespart.

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