Flurneuordnung Öko-Gewinn für die Allgemeinheit

Staig/Steinberg / Franz Glogger 17.05.2018

Die Flurneuordnung (FNO) für den Staiger Teilort Steinberg umfasst 700 Flurstücke von rund 150 Eigentümern und umfasst 366 Hektar. 29 Hektar befinden sich davon auf der Gemarkung des Illerkirchberger Teilorts Beutelreusch. Im Jahre 2012 war das Verfahren mit der Wahl des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft ins Rollen gekommen. Derweil sei die FNO recht weit gediehen, sagte der Leiter des Fachdienstes Flurneuordnung im Alb-Donau-Kreis Marc Bierkamp am Dienstagabend in der Sitzung des Gemeinderats Staig.

Jetzt seien etliche Beschlüsse seitens der Kommune gefragt. Für die Teilnehmer der wohl wichtigste: Mit welchem Betrag beteiligt sich die Gemeinde? Bierkamps Kollege Henrik Höft rechnet mit Kosten von 1,79 Millionen Euro. Abzüglich der Landeshöchstforderung von 79 Prozent verblieben der Gemeinschaft 376 000 Euro, was einem Preis pro anzurechnendem Hektar von 1340 Euro entspricht. „Recht viel“ für eine FNO, die den Eigentümern nicht die ganz großen Vorteile bringe, meinte Bierkamp.

Eigentümer zahlen weniger

Ein beachtlicher Gewinn falle aber für die Gemeinde ab – in Form von Gewässerrandstreifen und Biotopflächen, ergänzte der Fachdienstleiter. Diese bedeuteten einen Zugewinn an Natur für die Allgemeinheit sowie auch Ökopunkte für künftige Vorhaben. Bislang waren 200 000 Euro im Gespräch gewesen, wofür allerdings bislang kein förmlicher Beschluss gefallen ist, wie Gemeinderätin Maria Kurasch anmerkte.

Den holte das Gremium ohne größere Diskussion einstimmig nach. Für die Eigentümer bedeutet das eine Senkung der Kosten auf 630 Euro je Hektar.

Weitere jeweils einstimmig gefassten Beschlüsse waren die Übernahme sowie Instandhaltung der „gemeinschaftlichen Anlagen“ wie Wassergräben, der Feldwege sowie die Pflege der Biotope. Letztere beinhaltet auch einen Flächentausch mit Illerkirchberg, denn die meisten ökologischen Ausgleichsflächen liegen auf der Gemarkung der Nachbargemeinde. Das bedeutet wertvolle Ökopunkte, aber auch Pflege. Gegen letztere hatte sich die Verwaltung schon vor geraumer Zeit ausgesprochen.

Mit der geplanten Korrektur kommt praktisch der gesamte Ausgleich auf die Seite der Gemeinde Staig. Heute Abend berät der Illerkirchberger Gemeinderat darüber. Ein Ja gab es auch für die Übernahme von 4,1 Hektar Gewässerrandstreifen. Zum einen seien sie nützlich für die seitens der Gemeinde beschlossene Renaturierung der Weihung, zum anderen käme die Übernahme den Eigentümern zugute, sagte Bierkamp.

Denn vom kommenden Jahr an sind im Abstand von fünf Metern links und rechts von Gewässern nur noch extensiv bewirtschaftetes Grünland erlaubt.

Aufwertung zu Radweg

Am Ende stimmte der Gemeinderat zu, den als Schotterweg geplanten Feldweg an der Kreisstraße K 7364 in Richtung Dorndorf zu asphaltieren. Damit werde die zur Radwegekonzeption des Kreises gehörende Verbindung vorzeitig verwirklicht. Höft rechnet in diesem Fall mit Kosten in Höhe von 110 000 Euro. Die Hälfte übernimmt üblicherweise der Alb-Donau-Kreis.