Zehn Einwendungen und Anregungen sind in Erbach zur Elektrifizierung der Südbahn vorgebracht worden. Innerhalb des Genehmigungsverfahrens für den Abschnitt Ulm-Achstetten hatten Grundstückseigentümer und Anlieger bis Mittwoch die Gelegenheit zu Stellungnahmen. Außer Privatleuten nahmen die Stadt selbst sowie die Teilorte Dellmensingen und Ersingen zu den Plänen Stellung.

In den meisten Fällen geht es laut Uwe Gerstlauer von der Stadtverwaltung um das Vorhaben der Bahn, als ökologischen Ausgleich entlang der Trasse Bäume zu pflanzen. Zwar ist das nur im Einvernehmen mit dem jeweiligen Eigentümer möglich, dem die Bahn auch einen einmaligen Geldbetrag für die Pflege der Bäume bezahlen will. "Aber wenn ein Baum aufs Gleis stürzt, ist der Besitzer der Dumme", sagte der Ersinger Ortsvorsteher Egon Benz, als es im dortigen Ortschaftsrat um die Elektrifizierung ging.

Ebenso wie die Stadtverwaltung schlagen die Ersinger Bürgervertreter vor, auf die Baumreihen zu verzichten. Stattdessen seien konzentrierte Ausgleichsprojekte an anderen Stellen im ganzen Stadtgebiet sinnvoller. In Ersingen könnte zum Beispiel der Dorfbach ökologisch aufgewertet werden, schlug der Ortschaftsrat vor.

In Dellmensingen macht der Ortschaftsrat auf die geplante Querspange zwischen B 311 und B 30 aufmerksam. Nach aktueller Planung führt die Straße auf einer Brücke über die Südbahn. Die Stadt Erbach fordert aus Lärmschutzgründen aber eine Unterführung. Eine solche müsse auch nach der Elektrifizierung der Strecke Ulm-Lindau möglich sein, lautet die Forderung. Außerdem sollten die schnellen Züge häufiger als bisher in Erbach halten, betont Ortsvorsteherin Dolores Bayer: "Sonst haben wir keinen Nutzen von der Elektrifizierung."

Auch wenn die Bahn unmittelbaren Anliegern den Einbau von Schallschutzfenstern anbietet, sind auch Einwände wegen des Lärms erhoben worden. Schnellere Züge - die Höchstgeschwindigkeit steigt von 140 auf 160 Stundenkilometer - bedeuteten mehr Krach. Die Stromleitung bringe den Anwohnern Elektrosmog, das jeweilige Grundstück drohe an Wert zu verlieren.

Innerhalb des Anhörungsverfahrens ist jetzt die Bahn am Zug: mit Stellungnahmen zu den vorgebrachten Einwänden und Anregungen.