Die Stadt Langenau ist als Wohnort beliebt bei jungen Eltern und manchen, die es werden wollen. Die zahlreichen Kindertagesstätten sind voll belegt und auch die Plätze der neuen großen innerstädtischen Kita (siehe Info) werden nicht lange ausreichen, um den steigenden Bedarf zu decken.

Die Stadtverwaltung bemüht sich auch deshalb, das Angebot für die Nutzer zu optimieren. Im Rahmen des Gemeinderats-Ausschusses für Soziales und Verwaltung sind den Räten nun neue Öffnungszeiten vorgestellt worden, mit denen die Wörth-Kita nach ihrer Eröffnung Ende April starten und die in den weiteren Betreuungs-Einrichtungen ab September gelten sollen. Zudem stellte Sigrid Greß-Bosch, die Sachgebietsleiterin für Familie und Bildung, den Räten auch das neue Kinderschutzkonzept für die städtischen Kitas vor.


Öffnungzeiten Die städtischen Kitas haben bislang sehr unterschiedliche Öffnungszeiten, erklärte Greß-Bosch im Rat. Eltern, die eine Betreuungszeit benötigen, die die wohnortnahe Einrichtung nicht anbietet, seien deshalb gezwungen, ihr Kind in eine andere Einrichtung zu fahren. Dies solle mit den neuen Öffnungszeiten zukünftig vermieden werden. Darüber hinaus gebe es bei den berufstätigen Eltern eine große Nachfrage nach einer Betreuungszeit von 7 bis 17 Uhr.

Der Gesamtelternbeirat sei in der Sitzung Anfang November 2018 bereits über die geplante Ausweitung der Betreuungszeiten informiert worden. Die Beteiligung der Elternbeiräte erfolge im Anschluss an die Sitzung. Mit der Information an die Eltern werde der Bedarf für die neuen Betreuungszeiten-Module abgefragt. Die Anregungen aus der Elternschaft würden im Leitungsteam beraten und gegebenenfalls Änderungen eingearbeitet. Der Zeitrahmen von täglich 7 bis 17 Uhr werde aber nicht geändert. Die geplanten Öffnungszeiten seien auf die aktuelle Gebührenordnung abgestimmt.

„Benötigen wir mit dem erweiterten Angebot auch mehr Personal?“, fragte Rainer Hinkelmann (SPD). Das glaube sie nicht, antwortete die Sachgebietsleiterin, doch man müsse erst die Eltern-Abfrage abwarten.

Auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE sagte Greß-Bosch, sie rechne eher damit, dass sich die Personalverteilung ändert. Etwa wenn Eltern, die bisher das Angebot „Verkürzter Ganztag 36 Stunden“ nutzen, wegen passenderen neuen Öffnungszeiten künftig stattdessen das Angebot „Verlängerte Öffnungszeit 30  Stunden“ buchen. Dann könne es beispielsweise sein, dass mehr Personal über die Mittagszeit benötigt wird, aber gleichzeitig weniger am frühen Nachmittag.

Kinderschutzkonzept Voraussetzung für die Genehmigung der neuen Kita Wörth durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales ist laut Sigrid Greß-Bosch unter anderem ein päda­gogischer Ansatz mit einem Kinderschutzkonzept. Deshalb, und weil Anpassungen bestehender Genehmigungen anderer Kitas erforderlich seien, habe man das bisherige Konzept in Zusammenarbeit mit den Leiterinnen der städtischen Kitas überarbeitet und ergänzt.

Die Sachgebietsleiterin informierte die Räte kurz über das umfang- und detailreiche Konzept, das in den nächsten Wochen auch den Eltern vorgestellt und in den Einrichtungen eingeführt werden solle. Weil die Handlungsanweisungen des Konzepts den Erzieherinnen Mehrarbeit bescheren könnte, bat Achim Barth (FWG) um ein entsprechendes Feedback im Rat nach einigen Monaten. Bürgermeister Daniel Salemi versprach, dass der Rat informiert werde.

Mehr Kinder und zusätzliches Personal


Kindertagesstätten In Langenau und den Ortsteilen gibt es zehn städtische Kindertagesstätten sowie eine integrative Ganztagesgruppe unter der Trägerschaft eines Vereins. Im Mai wird in der Burghofstraße die neue Wörth-Kita mit sechs Gruppen (zwei Krippengruppen und vier Gruppen für Kinder über drei Jahre) öffnen. Die Kinder und das Team der Albecker-Tor-Kindertagesstätte (ATK) sollen dann fast alle in die Wörth-Kita umziehen. Die ATK bleibt laut Sigrid Greß-Bosch aber bestehen, mit zwei statt drei Gruppen. Laut ihr besuchen bislang 592 Kinder die städtischen Kitas: 104 Kinder unter 3 Jahren und 488 zwischen 3 und 6 Jahren, betreut von 197 Mitarbeiterinnen. Wenn die Wörth-Kita im Juli voll belegt sei  würden  662 Kinder (124 Kinder unter 3 Jahren und  538 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren) in den Einrichtungen von 205 Mitarbeitern betreut.