Ernte Obstannahme zwei Wochen früher

Laufend liefern Privatleute Äpfel an. Mitarbeiter der Firma Burkhardt helfen beim Abladen.
Laufend liefern Privatleute Äpfel an. Mitarbeiter der Firma Burkhardt helfen beim Abladen. © Foto: Joachim Striebel
Am 20 / Joachim Striebel 08.09.2018

Am 20. August hat beim Fruchtsafthersteller Burkhardt in Machtolsheim die Obstannahme begonnen. „Wir sind zwei Wochen früher dran“, sagt Dieter Burkhardt. „Es läuft schon ganz ordentlich.“ Der Geschäftsführer hat den frisch aus der Presse laufenden Apfelsaft probiert. Sein Urteil: „Der Saft ist harmonisch, er schmeckt gut für diese Jahreszeit.“

Gute Qualität

Durch den trockenen und heißen Sommer hat das Obst früher an Süße gewonnen. „Die Qualität ist gut“, sagt Burkhardt. Allerdings fallen die Äpfel kleiner aus als sonst und enthalten weniger Feuchtigkeit. Die geringere Größe wird von der höheren Menge wettgemacht. Für eine wirklich überdurchschnittliche Ernte hätte es im August noch regnen müssen, meint der Fachmann. Der in den vergangenen Tagen gefallene Niederschlag helfe den noch an den Bäumen hängenden Äpfeln nicht mehr viel, meint Burkhardt, „höchstens den späten Sorten“.

Laufend liefern Kleinbauern und Privatleute beim Betrieb in Machtolsheim selbst aufgesammelte Äpfel an – manche kommen mit dem Traktorgespann, andere mit dem Pkw mit oder ohne Hänger – oder mit dem Quad plus Anhänger. Schnell ist die Ware mit Hilfe der Beschäftigten in den Trichter gekippt. Dieter Burkhardt befürchtet nicht, mit Obst überschwemmt zu werden, nachdem der Fruchtsafthersteller Albi im benachbarten Berghülen-Bühlenhausen offenbar keine Kleinmengen annimmt. „In den vergangenen zehn Jahren ist es nie vorgekommen, dass wir nichts mehr annehmen konnten“, sagt Dieter Burkhardt.

Wegen einer schlechteren Ernte hatten die Preise für das Obst im vergangenen Jahr höher gelegen als 2018. Sein Unternehmen versuche aber, den Aufwand der Erzeuger ordentlich zu honorieren, sagt Burkhardt. Die Firma fährt drei Linien mit unterschiedlichen Preisen: Konventionell angebautes Obst, Obst aus integriertem Anbau aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb und zertifiziertes Bio-Obst.

Bio mit Kontrolle

Seine Streuobstwiese bio-zertifizieren zu lassen, lohne sich ab zwanzig oder dreißig Bäumen, sagt Dieter Burkhardt. Es müsse eine entsprechende Pflege garantiert werden, die Zertifizierung werde von der Firma Burkhardt organisiert, erläutert der Chef. „Der Besitzer muss dann eben eine Kontrolle über sich ergehen lassen.“

Keine Annahme in Bühlenhausen?

Lieferanten Der Fruchtsafthersteller Albi in Berghülen-Bühlenhausen hat bis zum vergangenen Jahr große Obstmengen von Klein-
erzeugern aus der Region angenommen. Seit dem Jahreswechsel gehört Albi zum Edeka-Konzern. Lieferanten aus Berghülen und Umgebung brachten jetzt ihr Obst nach Machtolsheim, weil es in Bühlenhausen nicht angenommen worden sei. Die Frage, ob grundsätzlich kein Obst mehr von Privatleuten und Kleinbauern von der Alb verarbeitet wird, hat die Edeka-Pressestelle bislang nicht beantwortet.

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