Verwaltung Oberdorfer wird in Ruhestand versetzt

Ulm/Heroldstatt / mäh 17.05.2018

Es kommt Bewegung in die Sache: Das Landratsamt Alb-Donau hat gegen Ulrich Oberdorfer, Bürgermeister von Heroldstatt, „nach den beamtenrechtlichen Vorschriften ein Verfahren zur vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand eingeleitet“. Das hat die Behörde gestern mitgeteilt. Basis für diese Entscheidung sei das Ergebnis der amtsärztlichen Untersuchung des 53-jährigen Oberdorfer. Mit dem Gutachten lägen dem Landratsamt nun hinreichende Anhaltspunkte „für eine beamtenrechtliche Dienstunfähigkeit im derzeit ausgeübten Amt aus gesundheitlichen Gründen“ vor. Die Versetzung in den Ruhestand soll demnach zum 1. Juli erfolgen.

Damit endet für Heroldstatt, seine rund 2700 Einwohner und seinen Bürgermeister ein langer Zustand der Unsicherheit: Denn Oberdorfer ist bereits seit dem 1. Februar 2017 krank geschrieben. Seit rund 15 Monaten führt sein Stellvertreter Rudolf Weberruß die Geschäfte – nebenher, denn Weberruß ist im Hauptberuf Versicherungskaufmann. Doch nicht nur die Abwesenheit des Bürgermeisters hat im Ort in den vergangenen Monaten für Unruhe gesorgt. Oberdorfer, der im November 2013 zum Nachfolger von Karl Ogger gewählt worden war, ging Anfang des Jahres mit teils harten Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Der Kommunal- und Prüfungsdienst im Landrats­amt Alb-Donau hat allerdings zu keinem der untersuchten Vorkommnisse in Heroldstatt eine Dienstpflichtverletzung von Rathausmitarbeitern festgestellt.

Nun hat Oberdorfer laut Landratsamt die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Widerspruch gegen das Verfahren einzulegen. Rudolf Weberruß: „Wir sind froh, dass das Verfahren jetzt eingeleitet wurde. Wir sind dem Landrat sehr dankbar.“ Oberdorfer war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.