Kirchenmusik Noch einmal hat Bettina Gilbert die Blaubeurer Kantorei geleitet

Bettina Gilbert (Mitte) ist unter anderem von Dekan Frithjof Schwesig und Charlotte Wandel, der Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, aus Blaubeuren verabschiedet worden.
Bettina Gilbert (Mitte) ist unter anderem von Dekan Frithjof Schwesig und Charlotte Wandel, der Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, aus Blaubeuren verabschiedet worden. © Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler
Blaubeuren / Von Margot Autenrieth-Kronenthaler 28.12.2017

Mit einem Singgottesdienst ist Kirchenmusikdirektorin Bettina Gilbert am zweiten Weihnachtsfeiertag aus Blaubeuren verabschiedet worden. Große Wertschätzung, Dank und Bedauern über den Weggang kamen in der Stadtkirche zum Ausdruck. Und die Erkenntnis, dass die Kirchenmusikerin ihre großen Gaben auch an ihrer neuen Wirkungsstätte einbringen werde.

Bettina Gilbert hat 30 Jahre lang in der evangelischen Kirchengemeinde Blaubeuren und im Bezirk als Kantorin gewirkt. Nun wechselt sie als Kirchenmusikdirektorin ans Michaeliskloster in Hildesheim (wir berichteten). „Sie haben uns in den vergangenen 30 Jahren die Augen und Ohren für die Welt der Kirchenmusik geöffnet und die Gottesdienste mit ihren Gaben bereichert“, sagte der Blaubeurer Dekan Frithjof Schwesig. Dass sie sich zum Abschied einen Singgottesdienst gewünscht habe, zeige, dass Bettina Gilbert die Kirchenmusik immer im Dienste der Gemeinde verstanden habe.

Am Erntedankfest 1987 hatte die Kirchenmusikerin, damals im Alter von 25 Jahren, in Blaubeuren angefangen. Einige Besucher des Abschiedsgottesdienstes waren damals schon zugegen gewesen, darunter der ehemalige Blaubeurer Dekan Hartmut Dehlinger. Bettina Gilbert habe in Blaubeuren auf vielfältige Weise gewirkt, sagte Dekan Schwesig, etwa als Chorleiterin in der Kantorei, als Leiterin von Kinderchor und Kurrende, beim Orgeldienst, in Gospelprojekten und in der Organisten­- und Chorleiterausbildung: „Sie waren eine echte Brückenbauerin zwischen klassischer Kirchenmusik und Popular-Musik im Gottesdienst.“

Mit einem Sketch im Stile von Klatsch und Tratsch verabschiedete sich der Kirchengemeinderat Blaubeuren. Charlotte Wandel und Johannes Menge erinnerten im Schwatz, an die vielen großen Projekte, die unter der Leitung Bettina Gilberts verwirklicht worden waren. Von Bach bis Bertram sei alles dabei gewesen. „Sie war überall zu Hause und kann alles“, lautete das Resümee der Gemeindevertreter.

Pfarrer Jochen Reusch aus Rottenacker erinnerte in seiner Eigenschaft als Kirchenmusik-Pfarrer für den Bezirk ebenfalls an das vielfältige Wirken Bettina Gilberts. Mit einem Augenzwinkern auch daran, dass sie in der Bezirkssynode dem Leberkäs’ zu Gunsten des Gemüsebratlings den Garaus gemacht habe.

Zum Abschied ein Kanon

Bei ihrem Abschied leitete Bettina Gilbert noch einmal die Kantorei, der Kinderchor und die Kurrende wurden von Christine Menge geleitet. Die Projektband „Jazzmichl“ mit Caroline Gengnagel (Saxophon), Michel Hermann (Bass), Christina Dürr (Orgel) und nicht zuletzt Bettina Gilbert (Orgel, E-Piano) begleitete die etwa 250 Gottesdienstbesucher musikalisch. Zudem hatte die Kirchenmusikerin einen Abschieds-Kanon komponiert: „Addio, Ade“. Vergeblich habe sie in den vergangenen Jahrzehnten versucht, Schwäbisch zu lernen, sagte die 55-jährige Hessin. Nur beim schwäbischen Abschiedswort „Ade“ sei ihr das akzentfrei gelungen. Entsprechend der Bedeutung – Gott befohlen – fühle man sich von Gott begleitet und gleichzeitig auf dem Weg zu ihm.

Wiederbesetzung wird dauern

Nachfolge Die Stelle des Bezirkskantors soll demnächst ausgeschrieben werden. Dekan Frithjof Schwesig rechnet damit, dass es Herbst wird, ehe die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Bettina Gilbert anfangen kann. Der Stellenumfang beträgt 100 Prozent, verteilt je zur Hälfte auf die Kirchengemeinde Blaubeuren und den Kirchenbezirk. Vorübergehend wird die Kantorei von Rudolf Rienau, Kirchenmusiker im Ruhestand, geleitet.

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