Umfrage Niederstotzinger wünschen sich Jugendtreff

Niederstotzingen / Kurt Fahrner 21.06.2018

Fast 91 Prozent der Niederstotzinger sind mit der Lebensqualität in ihrer Stadt mehr als zufrieden. Das zeigt eine Umfrage unter allen Stadtbewohnern ab dem 16. Lebensjahr. Die Befragung fand im Frühjahr im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts statt, das das Stuttgarter Planungsbüro Reschl für Niederstotzingen aufstellt. Philipp König und Adrian Schwake vom Planungsbüro haben die Ergebnisse kürzlich in der Stadthalle präsentiert.

Gute Einkaufsmöglichkeiten

Genau 4198 Fragebögen waren versandt worden. 1913 kamen ausgefüllt zurück, also 45,6 Prozent. Das wertete Bürgermeister Marcus Bremer bei seiner Begrüßung als überaus großen Beweis für das Interesse der Bürgerschaft an der Zukunft der Stadt – wie auch den Besuch zu dieser Veranstaltung. Fast 200 Einwohner waren der Einladung gefolgt.

Wie sehen die Niederstotzinger ihre Stadt in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, in kultureller und sozialer Funktion sowie in Sachen Verkehrsmobilität gegenwärtig und auf die Zukunft bezogen? Darüber gaben König und Schwake fast zwei Stunden lang umfassend Auskunft.

Die Lage der Stadt in naturnaher Umgebung, gute Einkaufsmöglichkeiten, die Überschaubarkeit und ein intaktes Vereinsleben waren die häufigsten Nennungen für die überaus positive Einstufung. Im Gegensatz zum hohen Verkehrsaufkommen, mangelhafter Internet-Verbindungen und schlechter ÖPNV-Verhältnisse. Außerdem wurden die wenigen Freizeitangebote für Jugendliche in der Umfrage als negativ empfunden. Vor allem Letzeres wurde als verbesserungsbedürftig angesehen: Die Befragten forderten einen Jugendtreff und vermehrt freie Jugendarbeit.

Innerörtliche Wohnbau-Entwicklung zu bezahlbaren Bedingungen, die Ansiedlung weiteren Gewerbes zur Bereitstellung wohnungsnaher Arbeitsplätze, ein Café, eine Drogerie oder ein Reformhaus waren weitere Wünsche der Niederstotzinger. Außerdem der Ausbau der Ganztagesbetreuung für Kinder, der Erhalt der ärztlichen Praxen und Hilfsangebote wie verkehrliche Entlastung durch eine Umgehungsstraße. Das städtische Erscheinungsbild solle schöner gestaltet, die Breitband-Versorgung verbessert werden.

Lob erhielt bei der Umfrage die Stadtverwaltung und auch die Arbeit der Vereine. Rund 30 Prozent der Befragten sind in der Stadt in unterschiedlichster Weise ehrenamtlich engagiert. Aus vielen Fragebögen lasse sich ableiten, dass die Niederstotzinger dazu bereit wären, gaben die Referenten bekannt. Wie wenige andere Kommunen sei Niederstotzingen geprägt von Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist.

„Die Bürgerbefragung mit den geäußerten Wünschen ersetzen nicht Gemeinderatsbeschlüsse“, sagte Bürgermeister Marcus Bremer und stellte die Umsetzbarkeit und Finanzierung in den Vordergrund, sie verwirklichen zu können. Die Umfrage sei eine Dokumentation von Ideen zur Stadtentwicklung, mehr vorerst aber nicht. Er verwies beispielhaft auf verkehrliche Entlastung durch eine Umgehungsstraße, die nicht in der Kompetenz der Stadt lägen, oder auf den Wunsch für eine weiterführende Schule in der Stadt, wofür der Zug abgefahren sei.

In Gruppen Lösungen erarbeiten

Bürgerwerkstatt Zum integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in Niederstotzingen findet am Samstag, 23. Juni, von 10 Uhr bis 15 Uhr im Hauptschulgebäude eine Bürgerwerkstatt statt, zu dem die Stadt und das Planungsbüro Reschl einladen.

Gruppenarbeit Die Niederstotzinger können sich hier aktiv einbringen. In kleinen Gruppen haben sie die Möglichkeit, die Entwicklung der Stadt mitzugestalten und Lösungen für die zentralen Fragestellungen zu erarbeiten, heißt es in einer Ankündigung.

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