Abfall Nicht für andere mitbezahlen

Laichingen/Berghülen / Sabine Graser-Kühnle 26.07.2018

Wer soll künftig für die Müllentsorgung zuständig sein, das Landratsamt oder weiterhin die Kommunen? Mit dieser Frage haben sich am Montag die Gemeinderäte in Laichingen und am Dienstag die Räte in Berghülen beschäftigt. Wie mehrfach berichtet, steht diese Diskussion in allen Kommunen im Alb-Donau-Kreis an. Grund ist die Novellierung des Landesabfallgesetzes. Demnach können die Landkreise ihre Verantwortlichkeit für den Abfall entgegen der bisherigen Handhabung nicht mehr voll an die Gemeinden übertragen.

Beim Verbleib der Zuständigkeit in den Kommunen sehen Laichingen wie Berghülen den Vorteil, dass die Entsorgung individueller auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann. Ebenso wollen sie das Wiegesystem, das beide Gemeinden haben, als das „gerechteste System“ beibehalten, wie etwa der Berghüler Bürgermeister Bernd Mangold sagte.  Dass die eigenen Recyclinghöfe wohl nicht mehr betrieben werden können, sehen beide Kommunen als großen Nachteil.

Weniger Abfall als anderswo

Ebenso stört die Gremien, dass die Müllgebühren  steigen werden. „Da müssten wir für andere mitbezahlen“, meinte Konrad Schwarzenbolz mit Hinblick auf das Berghüler Müllaufkommen, das weit unter dem Landesdurchschnitt liegt. Attraktiv sei für Laichingen allerdings die Übertragung an den Kreis, was die rechtlichen Anforderungen anbelange. Die, so argumentierte Bürgermeister Klaus Kaufmann, würden immer komplexer und seien bald nicht mehr von der Stadt leistbar. Im Landratsamt sei das Fachwissen gebündelt. Das sahen die Laichinger Räte jedoch anders. Das Gremium in Laichingen und ebenso der Gemeinderat in Berghülen entschieden sich für den Verbleib der Müllorganisation in eigener Zuständigkeit. In Laichingen gab es zwei Enthaltungen, in Berghülen fiel der Beschluss einstimmig.

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