Jugend Neustart mit Fachberatung

Das Kaos-Café in Langenau schließt bald – und Jugendsozialarbeiter Helmut Maßler geht nächstes Jahr in den Ruhestand.
Das Kaos-Café in Langenau schließt bald – und Jugendsozialarbeiter Helmut Maßler geht nächstes Jahr in den Ruhestand. © Foto: Markus Fröse
Von Oliver Heider 11.10.2018

Die Stadt Langenau macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger für den langjährigen Jugendsozialarbeiter Helmut Maßler. Die Stelle soll extern ausgeschrieben und zum 1. März kommenden Jahres besetzt werden. Das hat der Ausschuss für Soziales und Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Und nicht nur das: Um die Qualität der Sozialarbeit zu verbessern, soll es künftig eine Einzelfachberatung durch Oberlin, eine evangelische Einrichtung für Jugendhilfe, geben. Darin wird laut Nadine Maier vom städtischen Kulturamt zum Beispiel der Umgang mit schwierigen Jugendlichen thematisiert, ebenso wie Kinder- und Datenschutzfragen. Sinnvoll sei dabei eine sechsstündige Sitzung pro Monat, was Kosten von rund 6500 Euro jährlich verursache. Allerdings soll dieses Angebot erst einmal „probeweise getestet“ werden, wenn Maßlers Nachfolger im Dienst ist.

Maier hatte dem Gremium zwei verschiedene Modelle für die offene Jugendarbeit vorgeschlagen: Entweder eine Anstellung bei Oberlin oder bei der Stadt. Maier, Renate Maier-Tayblum (GUL), Helga Mack (CDU) und die anderen Ratsmitglieder überzeugten letztlich die Argumente, die für eine städtische Beschäftigung sprächen. Dazu zähle unter anderem eine bessere Einbindung ins städtische Geschehen, direkte Aufträge durch die Verwaltung, relativ flexible Einsatzmöglichkeiten. „Das Wichtigste aber ist die Kontinuität und Beständigkeit einer Person“, sagte Maier. Bei anderen Anbietern wechselten die Zuständigen in den Kommune öfters. In Langenau war dies bisher anders: „Inzwischen haben wir die dritte Generation bei Herrn Maßler.“

Für Heinrich Buck (GUL) ist die fachliche Beratung das Entscheidende. Denn: „Wir werden keinen zweiten Maßler bekommen.“ Die Arbeitsmoral vieler junger Sozialarbeiter sei heute nicht optimal. „Wir dürfen nicht naiv sein. Keiner weiß, wen wir kriegen.“

Leute und Umfeld kennenlernen

Ähnlich äußerte sich Bucks Fraktionskollege Roland Riedlinger. Er plädierte aber dafür, die fachliche Beratung „von Anfang an“ vorzusehen. Es müsse eine Kontrolle der Arbeit da sein. Nadine Maier hatte vorgeschlagen, die Beratung zunächst zurückzustellen – um dem oder der Neuen es zu ermöglichen, die Leute und das Umfeld kennenzulernen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch der Umzug vom Kaos-Café ins Jugendzentrum ansteht. Oberlin habe aber angeboten, die Beratung drei Monate zu testen. So soll es in Langenau geschehen.

Helmut Maßler soll Nachfolger einarbeiten

Historie Im „Kaos-Café“ neben der Polizei wird seit 2006 überwiegend mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gearbeitet. Doch die Räume wurden verkauft – der neue Eigentümer will sie renovieren und selbst nutzen. Das Mietverhältnis wird zum Ende März 2019 aufgehoben (wir berichteten).

Sozialarbeiter Helmut Maßler ist seit 1985 in Langenau im Einsatz. Er hat die Jugendarbeit in der Naustadt maßgeblich aufgebaut und betreut. Seine Aufgabe ist es nun, ein Konzept auszuarbeiten, wie die Öffnungszeiten und die Räumlichkeiten für die unterschiedlichen Besucher im „Kaos“-Jugendzentrum in der Karlstraße künftig aussehen sollen. Dort waren bisher vor allem Realschüler zugange gewesen. Insbesondere soll der bisher nicht ausgelastete Kaos-Keller stärker mit eingebunden werden. Im kommenden Mai wird Maßler in den Ruhestand gehen. Doch zuvor soll er ab März noch einen Nachfolger einarbeiten.

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