Blaustein Sanierungsgebiet „Stadelwiesen“: Neues Zentrum geschaffen

Blaustein / Franz Glogger 07.05.2018
Insgesamt 20 Millionen Euro haben Privatleute und die Kommune Blaustein bislang in das Sanierungsgebiet „Stadelwiesen“ gesteckt. Am Wochenende wurde es präsentiert.

Städtebauförderung ist nicht nur aus baulicher Hinsicht, sondern auch sozialpolitisch und für das gesellschaftliche Zusammenleben von Bedeutung. Solchermaßen zitierte der Blausteiner Bürgermeister Thomas Kayser am Samstag sinngemäß die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, als er die „Stadelwiesen“ im Rahmen des bundesweiten Tags der Städtebauförderung der Öffentlichkeit präsentierte. Genauer, das Teil-Areal an der Ulmer Straße von der Kalten Herberge bis zum alten Schulhaus.

Diese bauliche Entwicklung sei im Zentrum von Klingenstein „in bemerkenswerter Weise gelungen“, sagte der Bürgermeister. Als Beispiele nannte Kayser den Erwerb des Meteor-Geländes mit Altlastenbeseitigung und Renaturierung des Bachs „Bläle“, Erweiterung der Kalten Herberge zum Hotel „Klingenstein“ und Renovierung des städtischen Wohnhauses Schulstraße 11, dem früheren Feuerwehrhaus. Weiter wurde das alte Schulhaus renoviert. Auf dem Areal der früheren Agip-Tankstelle im Zwickel von Schulstraße/Ulmer Straße entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus. Mit einer Bäckerfiliale im Erdgeschoss werde die Nahversorgung Klingensteins gestärkt. Allein das 2015 erstellte Kinderhaus mache nach einem folgenschweren Wasserrohrbruch aus dem vergangenen Jahr noch Sorgen. Vor wenigen Tagen habe der Gutachter seine Expertise abgeschlossen. Kayser hofft, dass im Juli die Handwerker ins Gebäude können und der Kindergarten „bald wieder ein belebendes Element im Quartier wird“. Eine Hebammenpraxis, das Musikerheim und ein Kieferorthopäde ergänzen das Angebot. Bis dato wurden von Privatleuten und Kommune 20 Millionen Euro in das Sanierungsgebiet investiert, wobei der Bund mit einem Förderrahmen von 4,3 Millionen Euro dabei sei, sagte Kayser. Er dankte vor allem den privaten Bauherrn, die den Löwenanteil bestreiten: „Es war wichtig, diese Menschen für die Zukunft zu gewinnen, damit sie wichtige Bausteine für die Stadtentwicklung setzen.“ Den Bewohnern, Mitarbeitern, Kunden und Gästen im Quartier wünschte er, dass sie sich wohl fühlen und eine gute Nachbarschaft.

Gefühlt halb Klingenstein nutzte die Gelegenheit, sich die neuen und sanierten Gebäude in Augenschein zu nehmen. Die Besucher sparten nicht mit Lob. Eine Gruppe fühlte sich in der Kalten Herberge an einst erinnert. „Schön ist es geworden. Da kann man wieder Fasching feiern – wie früher“, meinte ein Mann.

179 Grundstücke sind betroffen

Umfang Das Sanierungsgebiet „Stadelwiesen“ umfasst 19 Hektar, hat also die Größe von 19 Fußballfeldern. Betroffen sind 179 Grundstücke, davon 38 im Besitz der Kommune. Das Gebiet reicht von der Ottostraße/Ulmer Straße im Süden bis zum ehemaligen Kalkwerk Märker an der Blautalstraße im Norden. Begonnen hatte die Planung vor neun Jahren.

Entwicklung Zone 1 ist das nun vorgestellte „Zentrum Klingenstein“, Zone 2 das ehemalige Gelände von „Interglas“ nördlich der Bahnlinie, ein Kernstück ist dabei die künftige Bahnunterführung. Das Gelände wird komplett neu gestaltet. Zone 3 ist das Gelände des Kalkwerks bis Gemarkung Herrlingen. Es ist bereits abgeräumt. Für den südlichen Teil soll dieses Jahr der Bebauungsplan aufgestellt werden. Erster Baustein des Gewerbegebiets „Beibruck“ im Norden ist das zentrale Feuerwehrhaus.

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