Matinee Musikschule: Neues Konzept überzeugt

Der Generationenchor eröffnete und beendete die Matinee im Blaubeuren
Der Generationenchor eröffnete und beendete die Matinee im Blaubeuren © Foto: mak
Blaubeuren / mp 12.06.2018
Die Lehrer der Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen präsentieren sich „Von elf bis zwölf“. Generationenchor umrahmt Auftritt.

Erstmals wurde die Matinee „Von elf bis zwölf“ im Kleinen Großen Haus in Blaubeuren veranstaltet. Das neue Konzept des Lehrerkonzerts der Musikschule Blaubeuren-Laichingen-Schelklingen ging auf. Rund fünfzig Besucher waren gekommen, um sich perfekt dargebotene Musikstücke aus verschiedenen Epochen anzuhören. Ob solistisch, als Duo oder im Chor: Die Akteure überzeugten allesamt mit ihren versierten Auftritten und den ein oder anderen Finessen.

Anfang und Schluss der Matinee gestaltete der Projektchor „Drei Generationen“ unter der Leitung von Inga Schmidt, der sich rasch in die Herzen des Publikums gesungen hatte. In ihm waren tatsächlich drei Generationen vertreten, sogar in einem Fall aus derselben Familie: nämlich Großvater, Vater und Tochter. Anders wie in anderen Chören und erfreulicherweise waren die jugendlichen Stimmen deutlich in der Überzahl. Klangschön und mitreißend wurde da gesungen, etwa das afrikanische „Elah“. Die drei singenden Herren bewältigten das Intro dieses toll präsentierten Songs alleine. Die elf Damen nahmen den Rhythmus gekonnt auf und die Besucher blickten in freudige Gesichter, denen anzusehen war, wie viel Spaß ihnen das Singen machte. Genauso mitreißend und dynamisch effektvoll geriet „Siya hamb‘ ekukhanyen’kwwnkhos‘“, ebenfalls aus Afrika. Klassisch wurde es mit „Bach’s Bouree“, das der Chor rhythmisch gekonnt in drei Gruppen vortrug. Inga Schmidt begleitete am Piano, Tim Beck mit den Congas.

Gitarrist Jakob Haufler ist, so scheint es, der Mann für alle Fälle in der Musikschule. Er begleitete nicht nur den Chor bei einem Lied, sondern auch drei seiner Musikschullehrerkolleginnen. Solistisch präsentierte er virtuos das Allegro aus „Bagatelle Nr.1“ von William Walton. Warme, samtene Töne entlockte Dorothea Federle ihrer Altblockflöte im Adagio der „Sonate op.1/1“ von Jean Loeillet. Ruth Unterkofler musizierte auf ihrer Oboe „Entr‘acte“ von Jacques Ibert.

Die Flötistin Manuela Riegner hatte sich für zwei Sätze aus „Histoire du Tango“ von Astor Piazzolla entschieden, mit zwei sehr unterschiedlichen Teilen. Zunächst der eher romantisch-melancholische Satz „Cafe 1930“, bei dem die Töne teilweise wie gehaucht verklangen. Dann der anmutige, fröhlich wirkende und sehr lebhafte Satz „Bordell 1900“, der fast humoristisch dargeboten wurde. Bei allen drei Damen begleitete Jakob Haufler überaus gekonnt und einfühlsam.

Mit dem hemdsärmeligen Auftritt - wortwörtlich und im übertragenen Sinn - von Gitarrist Fred Wiegräfe wechselte man ins populäre Fach. Wiegräfe spielte Titel wie „Wish you were here“ von David Gilmore oder die Rockballade „Stairway to heaven“ von Jimmy Page. Das Arrangement zu dem Klassiker stammt von ihm selbst und er spielte ihn absolut klasse. Einen musikalischen Dialog führten die beiden Blechbläser Thilo Sedlaczek und Hans Mohr virtuos mit ihren Trompeten aus.

Viel Beifall vom Publikum für eine schöne vormittägliche Konzertstunde. Musikschulleiter Tim Beck bedankte sich bei seinen Kollegen und meinte: „Das Feuer kann nur weitergetragen werden, indem man es weiter gibt. Unsere Lehrer haben dieses Feuer in sich.“  Früher hatten Musikschullehrerkonzerte am Sonntagabend stattgefunden, der Zulauf hielt sich in Grenzen. Deshalb wollte man mit der Matinee ein neues Format ausprobieren. „Ich freue mich, dass es so gut angenommen worden ist und bin sehr zufrieden“, so Beck. „Das Gebäude, die musikalische Mischung und die Uhrzeit haben wohl gestimmt.“

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