Blaustein / JOACHIM STRIEBEL  Uhr
Am Dienstag kommt der Bagger: Im Steinbruch Schammental bei Blaustein entsteht ein Parcours für Mountainbiker. Aktive Sportler legen bei dem Projekt des Deutschen Alpenvereins mit Hand an.

"Das wird eine Attraktion für Blaustein und für die Region", sagt Martin Rivoir, Vorsitzender der Sektion SSV Ulm des Deutschen Alpenvereins (DAV). Voraussichtlich im Herbst soll eine Mountainbike-Strecke in Betrieb genommen werden. Deren Verlauf ist im Steinbruch Schammental zwischen Blaustein und Mähringen mit roten Bändern markiert; im oberen Bereich haben einige Sportler bereits von Hand damit begonnen, einen Pfad anzulegen. Am Dienstag wurde die Arbeit im steilen Hang mit einem Minibagger fortgesetzt.

Leute, die selber häufig mit dem Montainbike im Gelände unterwegs sind, waren in die Planung einbezogen und arbeiten nun mit. Sie gehören zu der von Andreas Sifft geleiteten Mountainbike-Gruppe der DAV-Sektion SSV Ulm und zu einer freien Gruppe, die sich über Facebook zu Touren verabredet.

Laut Rivoir entsteht eine anspruchsvolle Strecke, rund 800 Meter lang und mit einem Höhenunterschied von etwa 70 Metern. Als Hindernisse werden Schanzen und Erdhügel eingebaut, die weniger geübte Mountainbiker auch umfahren können. Bergauf wird ein separater Pfad angelegt.

Der Vorstand der 1600 Mitglieder zählenden DAV-Sektion SSV Ulm steht hinter dem Projekt. Eingebunden ist auch die DAV-Sektion Ulm (6000 Mitglieder), dort steht das Thema jetzt auf der Tagesordnung einer Vorstandssitzung. Der Parcours werde öffentlich zugänglich sein und nicht ausschließlich DAV-Mitgliedern zur Verfügung stehen, berichtet Rivoir. Der Verein weist die Nutzer der Anlage darauf hin, dass das Befahren auf eigene Gefahr geschieht. Für den ordnungsgemäßen Zustand der Strecke sei der DAV zuständig, alle zwei Wochen seien Begehungen vorgesehen.

Einig ist sich Rivoir mit den Eigentümern des teilweise rekultivierten Steinbruchs, der Gemeinde Blaustein und der Deponie GmbH Blaustein. Es werden über mehrere Jahre laufende Mietverträge unterzeichnet. Mit einem Zaun wird die Mountainbike-Anlage abgetrennt von jenem Teil des ehemaligen Steinbruchs, in dem Lastwagen unterwegs sind, um Bauaushub abzukippen.

Die Genehmigung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis liegt laut Rivoir vor. Ein Gutachten habe ergeben, dass keine Konflikte mit Belangen des Naturschutzes zu erwarten seien. Die Streckenführung nehme Rücksicht auf Blütenpflanzen, die dort vorkommen. "Wir werden den Fahrern vermitteln, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt und man sich dort auch entsprechend verhält", sagt Rivoir.

Ein Ziel des Verein ist, das Mountainbike-Fahren zu kanalisieren, also Sportlern, die sich bisher in sensiblen Bereichen wie dem Naturschutzgebiet Kleines Lautertal tummeln, eine legale Möglichkeit zu bieten. Das ist ganz im Sinne der Naturschutzbehörde und der Gemeinde Blaustein, die sich vor drei Jahren wegen der großen Zahl der Biker im Naturschutzgebiet veranlasst sah, durch einen Feldschütz für Ordnung zu sorgen. Manche Radsportler zeigten sich einsichtig, andere nicht, berichtet die Blausteiner Umweltbeauftragte Elke Bossert. Besonders am Wochenende drängten viele Menschen in die Natur. Bossert: "Das Mountainbikefahren ist schon fast zum Breitensport geworden."