Langenau Neuer Kindergarten-Standort gesucht

Die neue Wörth-Kindertagesstätte in der Burghofstraße wird voraussichtlich im Januar eröffnet. Bereits jetzt sucht die Stadt Langenau nach einem Standort für einen neuen Kindergarten.
Die neue Wörth-Kindertagesstätte in der Burghofstraße wird voraussichtlich im Januar eröffnet. Bereits jetzt sucht die Stadt Langenau nach einem Standort für einen neuen Kindergarten. © Foto: Oliver Heider
Langenau / Markus Fröse 16.07.2018

Dass Langenau so eine große neue Kindertagesstätte wirklich braucht, haben manche Gemeinderäte vor dem Baubeginn der Wörth-Kita bezweifelt. Man werde noch weitere Kitaplätze benötigen, entgegnete damals Daniel Salemi als neu gewählter Bürgermeister. Und tatsächlich ist in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einstimmig beschlossen worden, die Stadtverwaltung mit der Suche nach einem Standort für eine neue Kita zu beauftragen.

Alle Räte stimmten auch dafür, die Kita-Interimsgruppe in der Albecker-Tor-Schule eingruppig weiter zu betreiben, bis ein neuer Kita-Standort im Westen der Kernstadt gefunden ist. Und die Stadtverwaltung zu beauftragen, einen Anbau für den Kindergarten Göttingen zu planen und die Kosten zu ermitteln.

Hintergrund der Entscheidungen sind Zahlen des Statistischen Landesamts zur Belegung der Kindertagesstätten in der Gemeinde. „Die tatsächlichen Zahlen sind höher als die Prognosen – das holt uns jetzt ein“, sagte Rathaus-Mitarbeiterin Sigrid Bosch-Greß, die darüber informierte. Zum Kindergartenjahr 2018/2019 könnten wohl alle angemeldeten Kinder mit einem Betreuungsplatz versorgt werden.

Es ergebe sich jedoch 2019/2020 ein Engpass in der Steinhäusle-Kita, da einige Kinder aus der ATS-Kita in die Steinhäusle-Kita wechseln würden. Dadurch könnten dort in den kommenden beiden Jahren nur noch Geschwisterkinder aufgenommen werden. Die Kinder aus dem dortigen Wohngebiet müssten in andere Kitas ausweichen, die aber auch nur begrenzte Kapazitäten hätten.

Im Januar 2019 eröffne die Wörth-Kita. Doch bereits jetzt seien die Kleinkindplätze belegt. Auch die Nachfrage nach Plätzen für 3- bis 6-Jährige sei groß, vor allem für Ganztags-Plätze. Es zeichne sich ab, dass im Kindergarten-Jahr 2019/2020 alle Plätze belegt seien. Deshalb schlage die Verwaltung vor, die Kita-Räume in der ATS nicht vollständig aufzugeben. Hier biete es sich an, kostengünstig eine Gruppe mit maximal 25 Kindern als Regelgruppe weiter zu betreiben, bis der Standort für eine neue Kita im Westen der Kernstadt gefunden sei.

Diese „Interimslösung für ein paar Jahre“ sei mit den ATS-Rektoren abgestimmt, ergänzte Salemi. Für Personal der ATS-Interimsgruppe fallen laut Verwaltung ab 2019 voraussichtlich 80 000 Euro Personalkosten an.

Im Haushaltsplan der Stadt für 2019 würden Mittel für die beschlossenen Maßnahmen eingestellt. Dazu gehört wie erwähnt ein Anbau an den Göttinger Kindergarten, weil die Nachfrage nach Kleinkindplätzen stetig steige. Ein Anbau ermögliche sowohl eine Krippengruppe, einen Bewegungsraum und die Schaffung von „zwingend erforderlichen Sozialräumen“.

Schließlich informierte Sigrid Greß-Bosch über den Start des Hörvelsinger Waldkindergartens am 20. August. 12 von 15 Plätzen seien bereits belegt. Da auch Kinder aus der Hörvelsinger Kita in die Waldgruppe wechseln würden, stünden dort im kommenden Kindergartenjahr noch sieben Regelplätze zur Verfügung. Es könnten somit alle Hörvelsinger Kinder mit einem Betreuungsplatz versorgt werden.

„Ursprünglich hatten wir ja gedacht, mit der Wörth-Kita haben wir ein paar Jahre Ruhe“, sagte Gemeinderat Jörg Thierer (FWG) bei der Diskussion zum Thema. Das Konzept des Waldkindergartens in Hörvelsingen nannte er einen Erfolg. Aus diesem Grund brachte er für die Suche nach einem neuen Kita-Standort für Langenau die Idee einer „Natur-Kita“ ins Spiel, die etwa im Bereich der Jungviehweide angesiedelt werden könne.

Eine weitere Standort-Anregung kam von Gemeinderat Wolfgang Faul (SPD). Er schlug dafür den Bolzplatz unterhalb der westlich gelegenen, städtischen Öchslesmühlbach-Kindertagesstätte vor. Seiner Beobachtung nach sei der Bolzplatz weitgehend ungenutzt.

Bürgermeister Salemi gab schließlich noch eine Einschätzung ab, die bei Standort-Spekulationen eine Rolle spielt. „Gefühlt gehe ich von einem weiteren viergruppigen Kindergarten aus.“

Wörth-Kita: Erfreuliche Kosten-Prognose

Baufortschritt In der Gemeinderatssitzung informierte die Stadtverwaltung auch über den Fortschritt der Baumaßnahmen für die neue Wörth-Kindertagesstätte. „Wir liegen im Plan“, sagte der Beigeordnete Christoph Schreijäg. Vermutlich könnten die Arbeiten dieses Jahr abgeschlossen werden. Anfang 2019 könne das Gebäude dann bezogen werden, so die Prognose. Nur diverse Außenarbeiten müssten dann noch erledigt werden. Mitte 2016 seien die Kosten für die Kita auf rund 4,8 Millionen Euro geschätzt worden. Derzeit gehe die Verwaltung von rund 4,2 Millionen Gesamtkosten aus.

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