Verkehr Neuer Anlauf für Radbrücke in Klingenstein

Radbrücke soll kommen.
Radbrücke soll kommen. © Foto: dpa
Blaustein / Samira Eisele 02.08.2018
Erst hat Blaustein den Bau einer Bahnüberführung gestoppt, jetzt soll neuer Förderantrag gestellt werden.

Vor zwei Wochen auf Eis gelegt, jetzt neu angestoßen: Weil die Angebote für den Bau einer Radbrücke über die Bahngleise in Klingenstein um fast eine Million Euro teurer ausfielen als ursprünglich berechnet, haben die Blausteiner Gemeinderäte die Ausschreibung vor kurzem aufgehoben.

Die höheren Kosten sollen nun als Basis für einen neuen Förderantrag an das Land dienen. Mit einer knappen Mehrheit – neun Ja-Stimmen zu sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung – entschied das Gremium sich dafür, der Brücke auf diese Weise eine neue Chance zu geben.

Bares Geld

Die Förderung wird als Festbetrag ausgezahlt. Das bedeutet: Im Idealfall bekäme Blaustein mit dem neuen Antrag 1,24 Millionen Euro, anstatt bisher rund 690.000 Euro und erhielte günstigere Ausschreibungsergebnisse. Wenn die Preise jedoch gleich bleiben, muss die Stadt 1,6 Millionen Euro selbst berappen.

Geld zurück

Die bereits bewilligte Förderung war auf Basis einer Kostenschätzung von 1,4 Millionen Euro aus dem Jahr 2016 berechnet worden. Diesen Förderbescheid, der an einen Baustart bis September 2018 gebunden ist, gibt Blaustein nun zurück: Das Gremium stimmte geschlossen für diesen Teil der Beschlussvorlage. Der Entscheidung für den neuen Antrag ging hingegen eine Diskussion voraus.

Planung

Er habe drei Ordner mit Entwürfen für eine Bahnquerung in der Schulstraße in seinem Büro, sagt Martin Grupp von der Finanzverwaltung der Stadt. Bereits 1998 habe die Planung einer Unterführung begonnen, aus Kostengründen wurde eine Brücke daraus. Deren Bau habe sich unter anderem wegen des Ausbaus der Ehrensteiner Straße verzögert.

Spitzname „Kayserschnecke“

Bürgermeister Thomas Kayser warb für einen erneuten Antrag auf Fördergeld. Denn darin sieht er „eine historische Chance, diese Verbindung zu realisieren“. Doch nicht jeder Stadtrat teilt die Begeisterung des Bürgermeisters für das Bauwerk, für das in der Stadt aufgrund der spiralförmigen Bauweise der Rampen der Spitzname „Kayserschnecke“ kursiert.

Lothar Ruhnke (CDU) bat darum, die Gestaltung auf mögliche Einsparmöglichkeiten zu prüfen und ansonsten auf Zuschüsse und eine eventuell etwas weniger „überhitzte“ Baukonjunktur im nächsten Jahr zu hoffen – aus Sicherheitsgründen sei ein Bahnüberweg jedoch dringend nötig. Die Fraktion der Grünen zeigte sich zwiegespalten zwischen Infrastruktur und Sicherheit auf der einen und der laut Robert Jungwirth „gigantischen“ Kostensteigerung auf der anderen Seite. Zudem sei die Brücke für eine mögliche Elektrifizierung der Strecke zu niedrig. Jungwirth wies auch darauf hin, dass laut Beschluss aus der Sitzung Mitte Juli geprüft werden soll, ob ein Zaun entlang der Gleise als Sofortmaßnahme zur Sicherheit beitragen kann.

Aufschieben, aber auf keinen Fall aufheben“ lautete das Plädoyer von Elisabeth Couvigny-Erb (Bürger Bündnis Blaustein): Die Brücke sei wichtig, um das „durchgeschnittene“ Gelände im Tal überqueren können. „Von Anfang an gegen dieses Bauwerk“ sind laut Kristina Nußbaumer die Freien Wähler: Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei der Bau nicht zu vertreten.

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