Altheim/Alb Neue Methoden im Wegebau lohnen sich

Vor dem Traktor liegt grober Schotter auf altem Belag. Beides mixt und verarbeitet ein Anbaugerät zu feinem Wegebau-Material. Foto: Amrei Groß
Vor dem Traktor liegt grober Schotter auf altem Belag. Beides mixt und verarbeitet ein Anbaugerät zu feinem Wegebau-Material. Foto: Amrei Groß
Altheim/Alb / AMREI GROSS 07.09.2012
Mit Steinfräse und Plattenverdichter bringt Altheim/Alb landwirtschaftliche Wege auf Vordermann. Die Gemeinde hat mit dem in der Region eher unbekannten Verfahren gute Erfahrungen gemacht.

Es kracht und scheppert, es spritzt und staubt. Wie in Zeitlupe bewegt sich der weinrote 400 PS starke Traktor über den Feldweg auf der Gemarkung Altheim/Alb. Auf dem Weg liegt sehr grober Schotter: Die Kanten der so genannten Schroppen sind im Schnitt zehn Zentimter lang. Wenn der Traktor über sie hinweggefahren ist, bleiben von den Schroppen nur deutlich kleinere Steinchen übrig.

Das schafft die vier Tonnen schwere Hochleistungs-Steinfräse. Das Anbaugerät des Traktors zerkleinert die großen Steinbrocken, bringt sie auf die optimale Größe für Wegebauschotter. Dieses neue Material durchmengt das Gerät mit 1000 Umdrehungen pro Minute in einem weiteren Arbeitsgang mit auf dem Weg schon vorhandenem Altmaterial. Dabei entsteht eine homogene Mischung.

"Wasserdichte und wannenartige Ausbildungen des alten Weges wie Schlaglöcher und Spurrinnen werden dabei zerstört", erklärt Maschinenführer Holger Hebele, der als Mitarbeiter des Allgäuer Wegebau-Dienstleisters Schneider derzeit auf dem Altheimer Feldweg im Einsatz ist. Hebele hebt diesen "Pluspunkt des Fräsens" ganz besonders hervor. Denn im klassischen Wegebau mit Schottereinbringung und der Bearbeitung mit dem Planierschild würden die schadhaften Stellen lediglich aufgefüllt und blieben dadurch anfällig für neue Schäden.

Bei der nun bei Altheim angewandten Methode wird nach dem Fräsen verdichtet. Mittels eines speziellen Wegebaugeräts, eines Anbaugraders, formen Hebele und seine Kollegen ein festes Dachprofil: eine zur Mitte des Weges von beiden Seiten ansteigende leicht schiefe Ebene. Anschließend wird der Weg mit einer ebenfalls von einem Schlepper betriebenen Rüttelplatte verdichtet, gewässert und dann erneut verdichtet. Danach heißt es warten. Je nach Witterung dauere es ein bis zwei Wochen, bis der bearbeitete Weg seine volle Stabilität erreicht. Bis dahin bleiben die Trassen gesperrt.

Seit vier Jahren hat die Gemeinde Altheim/Alb in Sachen Wegeunterhalt neue Methoden ausprobiert. Man habe damit gute Erfahrungen gemacht, resümiert Andreas Koptisch. Für den Bürgermeister liegen die Vorteile der aufwendigen und kostspieligen Fräsmethode auf der Hand. "Der Zeitaufwand im Unterhalt reduziert sich auf ein Viertel", ist seine Erfahrung. Die gefrästen Wege seien belastbarer, langlebiger und litten deutlich weniger unter Starkregen. Dies spare Geld und Material, mache Personal für andere, dringende Aufgaben frei. Deshalb sei das Fräsen trotz eines Preises von 12 bis 14 Euro je laufenden Meter inklusive Baumaterial "äußerst wirtschaftlich".

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