Straßen Neue Insel oder ein Kreisverkehr

Die Verkehrsinsel auf der Kreuzung Hauptstraße/Ammerweg in Merklingen ist ramponiert. Der Gemeinderat entschied bei einem Ortstermin, nicht nur die Kosten für eine Sanierung zu ermitteln, sondern auch die Möglichkeit eines Kreisverkehrs zu überprüfen.
Die Verkehrsinsel auf der Kreuzung Hauptstraße/Ammerweg in Merklingen ist ramponiert. Der Gemeinderat entschied bei einem Ortstermin, nicht nur die Kosten für eine Sanierung zu ermitteln, sondern auch die Möglichkeit eines Kreisverkehrs zu überprüfen. © Foto: Joachim Striebel
Merklingen / Joachim Striebel 14.09.2018

Als „Schleichwege“ werden gern solche Straßen bezeichnet, die eigentlich der Land- und Forstwirtschaft vorbehalten sind und als Abkürzung manchmal eben doch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden. Um einen „Hauptwirtschaftsweg“, also einen landwirtschaftlichen Weg, handelt es sich auch bei der Direktverbindung zwischen Merk­lingen und Machtolsheim. Seit die ehemalige Landesstraße 1230 zurückgestuft wurde, dürfen dort nur Landwirte fahren. Aber auch Anlieger, die zur Merklinger Reithalle wollen und solche, die den Machtolsheimer Sportplatz zum Ziel haben, denn die Merklinger und Machtolsheimer Fußballer bilden im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft, und den Elterntaxis soll kein Umweg zugemutet werden.

Unerfreuliche Begegnungen

Es können nicht nur Landwirte, Reiter und Spieler-Eltern gewesen sein, die am Dienstagabend vorbeifuhren, als sich der Gemeinderat die Situation im Kreuzungsbereich „Ammerweg/Hauptstraße“ anschaute. Nicht nur ein Schleichweg, es herrschte reger Verkehr. Gemeinderätin Marie-Luise Jakob, die im Ammerweg wohnt, berichtete von unerfreulichen Begegnungen mit unvernünftigen Autofahrern, die aus Richtung Machtolsheim oder aus Merklingen kommen und die Vorfahrt der aus dem Ammerweg einbiegenden Fahrzeugen nicht beachten.

Die Verkehrsinsel dort ist dazu gedacht, den Verkehr zu verlangsamen. Was sie in der Vergangenheit wohl schon oft getan hat, denn sie weist erhebliche Beschädigungen auf. Grund für Bürgermeister Sven Kneipp, über eine Erneuerung und bessere Gestaltung der bislang nur provisorisch befestigten Insel nachzudenken. Er hat die Kreuzung bereits mit Ingenieuren des Büros Wassermüller besichtigt, denen auch Risse in der Asphaltdecke, umgekippte Betoneinfassungen im Geh- und Radwegbereich und unzureichende Markierungen ins Auge gestochen sind.

Der Bürgermeister schlug vor, die Kosten ermitteln zu lassen und die Arbeiten an die Ausschreibung zur Erschließung des vierten Bauabschnitts im Neubaugebiet „Anbindung Lindenstraße“ anzuhängen.

Die Fachleute sollten sich insbesondere darüber Gedanken machen, wie die Vorfahrtsregelung optisch verdeutlicht werden kann, sagte Gemeinderat Klaus Danzer. Vielleicht wäre ja auch ein Kreisverkehr das Richtige, meinte Horst Nägele. „Das kostet Geld“, vermutet Sven Kneipp.

Kosten ermitteln

Der Gemeinderat beauftragte schließlich die Verwaltung, die Kosten für die Sanierung des Kreuzungsbereich mit Insel errechnen zu lassen, gleichzeitig aber beim Ingenieurbüro eine Grobanalyse für einen Kreisverkehr anzufordern. Weiter soll die verkehrsrechtliche Anordnung bezüglich der Beschilderung überprüft werden – ein Tempolimit war schon mal von der Verkehrsbehörde abgelehnt worden. Sven Kneipp stellte noch die Idee in den Raum, gemeinsam mit Laichingen den „Schleichweg“, an dem die Polizei auch schon Kontrollen durchgeführt hat, zu einer offiziellen Gemeindeverbindungsstraße zu machen, allerdings ohne Lkw-Verkehr.

Früher Teil der Landesstraße 1230

Zurückgestuft Der heutige Feldweg zwischen der Steiglesstraße in Machtolsheim und der Hauptstraße in Merkllingen war im unteren Bereich früher Teil der Landesstraße 1230. Nach dem Bau der Merklinger Umgehungsstraße wurde der Abschnitt im Jahr 1999 zurückgebaut und zurückgestuft. Der Weg ist frei für Land- und Forstwirtschaft sowie für Anlieger zur Reithalle und Sportanlage.

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