Wasser Neue Enthärtungsanlage wird nochmals teurer

Blaustein / Pia Reiser 12.10.2018

Ein dickes finanzielles Brett zu bohren hat der Zweckverband Wasserversorgung Ulmer Alb in den kommenden Jahren: Der Bau der neuen Wasserenthärtungsanlage in Ehrenstein ist die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte des Verbandes – und diese muss nun noch größer werden als gedacht. Das wurde in der Versammlung des Verbands am Mittwoch in Langenau bekannt: Rund 800 000 Euro wird die Anlage wohl mehr kosten als die ursprünglich angesetzten Kosten von 3,2 Millionen Euro. Vor einigen Wochen war man noch von einer Kostensteigerung von rund 300 000 Euro ausgegangen.

Baupreise sind gestiegen

Für diese Mehrkosten gibt es zwei Hauptgründe, wie der Verbandsvorsitzende und Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig erläuterte: Zum einen seien die Baupreise in den vergangenen Jahren angestiegen, von 2012 bis 2018 um rund 15 Prozent. Damals hatte eine Studie der Landeswasserversorgung (LW) die geplanten Kosten für die Entkalkungsanlage ermittelt. Die LW übernimmt für den Zweckverband sowohl die technische als auch die kaufmännische Betriebsführung.

Ein weiterer Grund für die höheren Kosten: Bei der genaueren Planung der Anlage wurden einige Dinge ergänzt oder anders gemacht, als in der Studie geplant. Konkret geht es zum Beispiel um eine Wendeplatte, die größer angelegt wird, sowie um einen Verbindungsgang vom bestehenden Gebäude auf dem Gelände in Ehrenstein zum neuen Anlagegebäude, erklärte Ulrich Pühler vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller. Diese Umplanungen summieren sich auf rund 350 000 Euro Mehrkosten. Wenn die Vergaben für die Bauarbeiten so verlaufen, wie nun berechnet, liege man bei den 800 000 Euro. Eine genauere Aufstellung der Kosten werde man in der nächsten Verbandsversammlung im November vorlegen, kündigte Braig an.

„Bei der Erhöhung des Wasserpreises liegen wir aber noch bei den 15 Cent pro Kubikmeter, die damals in der Studie genannt worden sind“, betonte Braig. Dr. Rudi Winzenbacher, der Autor der Studie, habe „gut konservativ“ und bei allen Annahmen sehr vorsichtig gerechnet. Außerdem spiele es auch eine Rolle, dass der Zweckverband mehr Wasser verkaufe als noch 2012, was wiederum den Einnahmen zugute komme.

Kalk für die Landwirtschaft

Keine große Rolle in puncto Einnahmen wird die Weiterverwertung der Kalkpellets, die in der Anlage entstehen, spielen. Das erklärte Wolfgang Eisele, kaufmännischer Geschäftsführer der LW, in der Verbandssitzung. Die rund 700 Tonnen Pellets pro Jahr können in der Landwirtschaft verwendet werden. Man habe mit dem örtlichen Maschinenring bereits Vorgespräche geführt und der habe grundsätzlich Interesse bekundet. Das Ziel für den Zweckverband seien dabei keine hohen Erträge, sondern eine „sinnvolle Verwertung der Kalkpellets und möglichst keine Kosten mit der Entsorgung“, sagte Braig.

In der Sitzung vergab der Verband nun die ersten Bauarbeiten für die Enthärtungsanlage, die Ende 2019 in Betrieb gehen soll. Insgesamt soll sie rund 44 000 Menschen im nördlichen Ulm und Alb-Donau-Kreis mit weicherem Wasser versorgen.

Schulden für das Großprojekt

2017 Im vergangenen Jahr verkaufte der Zweckverband Wasserversorgung Ulmer Alb gut 2,8 Millionen Kubikmeter Wasser und machte damit einen Umsatz von knapp 1,9 Millionen Euro, die Betriebskostenumlage (BKU) an die Verbandsmitglieder lag bei 0,64 Euro pro Kubikmeter Wasser. Der Schuldenstand zum Ende des Jahres: 8 Millionen Euro.

2018 Für das laufende Jahr wird voraussichtlich eine BKU von 0,73 Euro pro Kubikmeter abgerechnet. Die Aufnahme eines Darlehens zur Finanzierung der Enthärtungsanlage von 1,1 Mio Euro ist geplant.

2019 Im nächsten Jahr soll die BKU auf 0,81 Euro pro Kubik steigen, außerdem werden 3,53 Millionen Euro Schulden aufgenommen; die Gesamtschulden belaufen sich dann auf 12,54 Millionen Euro.

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