Empfang Neue Aufgaben optimistisch anpacken

Sie stoßen an aufs neue Jahr: Bürgermeister Klaus Kaufmann, Pfarrer Philipp Geißler, Ortsvorsteherin Elisabeth Enderle und Kirchenpfleger Manfred Schmoll.
Sie stoßen an aufs neue Jahr: Bürgermeister Klaus Kaufmann, Pfarrer Philipp Geißler, Ortsvorsteherin Elisabeth Enderle und Kirchenpfleger Manfred Schmoll. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Sabine Graser-Kühnle 14.01.2019

Der Neujahrsempfang der kirchlichen und der bürgerlichen Gemeinden in Feldstetten begann mit einer meditativen „Glücksdusche“ von Kirchenpfleger und Moderator Manfred Schmoll und mündete in eine „eiskalte Dusche“ beim Jahresrückblick von Pfarrer Philipp Geißler. Damit meinte er die Entscheidung der Landeskirche, Feldstetten spätestens von 2024 an von Zainingen aus mitzuversorgen. „Das klingt furchtbar und ist definitiv keine Glücksdusche für uns.“ Doch auf Zahlen heruntergebrochen, sei er dennoch zufrieden. Denn jeweils ein Pfarrer für ganz unterschiedlich große Gemeinden, etwa die eine mit 700, die andere mit 300, das sei ungerecht. Mit der Regelung, die Pfarrstellen zusammenzulegen, seien die Dienste gesichert, die ausschließlich Pfarrer wahrnehmen können: Gottesdienste, Beerdigungen, Eheschließungen, Taufen, Ehejubiläen. In allen anderen Bereichen könne ein Zusammenwachsen erfolgen. Begonnen habe dies bereits mit dem Jugendreferenten, es finde bereits eine gemeinsame Arbeit mit Zainingen statt.

Feldstetten bleibe eine reiche Kirche, denn sie bleibe eigenständig. Eine selbstständige Gemeinde und eine geteilte Pfarrstelle hätten zudem den Vorteil, dass, sollte er Feldstetten einmal verlassen, die Kirchengemeinde weiter mit einem Pfarrer versorgt sei. Die Erfahrung aus dem abgelaufenen Jahr habe ihm gezeigt: „Widrigkeiten wecken gallischen Geist. Ich freue mich richtig auf das, was kommt.“

Positiv blickte ebenso Ortsvorsteherin Elisabeth Enderle ins neue Jahr, vor allem, was den geplanten Dorfladen anbelangt. Derzeit werde die  Standortfrage geklärt. Mit Sorge betrachtet sie die Innenentwicklung, appellierte an Besitzer alter, jahrelang nicht mehr betriebener Stallungen, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. „Nur so können wir uns weiterentwickeln.“ Hier kam ihr Bürgermeister Klaus Kaufmann zur Hilfe. Er verwies auf den Alterungsprozess: „Es gilt, Feldstetten zu verjüngen, dazu müssen wir den Dorfkern weiterentwickeln können.“

Ein wichtiger Teil der Infrastruktur sei die Grundschule, in welcher die Stadt heuer die Brandschutzvorgaben umsetzen wolle, berichtete Enderle. Sie sprach zudem von laufenden Grundstücksverhandlungen, um in Feldstetten Bauplätze schaffen zu können. Junge Familien stünden schon in der Warteschlange. Sie warnte allerdings vor: „Die Preise werden  ansteigen, weil die Grunderwerbspreise in Laichingen im Vergleich mit dem Umland erheblich teurer sind.“ Sie hofft, bis Mitte des Jahres alle Grundstücke erworben zu haben und das Planverfahren einleiten zu können.

Kaufmann berichtete aus der Kernstadt, wo ebenso Verhandlungen über Grundstücke zum Wohngebiet „Lindensteig IV“ laufen. Eine erfreuliche Nachricht hatte er über die Verhandlungen mit Nachbarkommunen wegen der Finanzierung der Laichinger Schulen: „Damit kommen wir wohl dieses Jahr zu einem Ende“ Wohl werde es keinen Schulverband geben, aber eine finanzielle Beteiligung der Umlandgemeinden, von denen, zumindest in der Realschule, der Schüleranteil 70 Prozent betrage.  Auch in der Kinderbetreuung werde es in Feldstetten weiter gehen. Ein Konzept für die Gesamtstadt werde in der kommenden Ratssitzung beraten und „hoffentlich beschlossen“, sagte Kaufmann.

Gute Gemeinschaft, viele Spenden

Bilanz Traditionell legt der Kirchenpfleger beim Neujahrsempfang einen Rechenschaftsbericht über die Spenden ab. Die von Manfred Schmoll vorgelegten Zahlen unterstrichen Pfarrer Philipp Geißlers Aussage der „reichen Kirche“. „Die Spendenbereitschaft ist einfach toll und zeugt von unserer lebendigen Kirchengemeinde“, lobe er. Von den Spenden werden insbesondere die jährlichen Kosten von 20 000 Euro für den Jugendreferenten finanziert, das Geld fließt außerdem in zahlreiche, teils langjährige Projekte der Gemeinde. Insgesamt haben die Feldstetter Protestanten mehr als 59 000 Euro gespendet. Dass die Feldstetter so spendenbereit sind, liege insbesondere in der engen Verzahnung von kirchlicher und bürgerlicher Gemeinde. „Wo etwa die Feuerwehr einen engen Bezug zur Kirche hat, entsteht eine solche gute Gemeinschaft“, sagte Geißler. 

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