„Es wird immer schwieriger, Flächen auszuweisen, das staatliche Reglement ist wirklich blöd, es grenzt daran, dass es uns in der Städteplanung behindert.“ Das hat der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp bei der Hauptversammlung der Wirtschaftsvereinigung am Donnerstagabend gesagt. Die Gemeinde verfüge derzeit über keine freie Gewerbefläche mehr. Gerne würde die Gemeinde mehr Flächen bereitstellen, eines ist derzeit im Planverfahren, doch dies sei nicht einfach.

Was den geplanten Bahnhof Merklingen anbelangt, ein Projekt, das auch die Nellinger Wirtschaftsvereinigung forciert hatte, sprach Kopp von einen möglichen Zweckverband, den die sieben Gemeinden anstrebten. „Damit könnte auch ein interkommunales Gewerbegebiet finanziert werden.“ Dass die Nellinger Bürger und Gewerbetreibenden für die Realisierung des Bahnhofs tiefer in die Taschen greifen müssen, darüber sprach der Bürgermeister völlig offen: „Realsteuern und Gewerbesteuern werden wir erhöhen müssen, die Gewerbesteuer um rund 30 Prozentpunkte.“ Die Erhöhung würde nach Abzahlung des Kredits für die Kosten des Bahnhofs wieder zurückgenommen, versprach er.

In den Berichten der Vorstandschaft ging es unter anderem um den „Tag des offenen Betriebes“, der alle drei Jahre von der Wirtschaftsvereinigung (WVN) veranstaltet wird. Die Veranstaltung verlangt jedes Mal viel Energie von den Mitgliedern. Das zeigte sich in den Berichten von Vorständen, Schriftführer und Kassierer. Dass sich die Kasse vor und nach dem Großereignis kaum wesentlich verändert darstellte, beweist aber, dass die Rechnung für die Wirtschaftsvereinigung aufgegangen ist. Kassierer Frank Coborovius legte jedenfalls einen Kassenbericht vor, dessen Ausgaben nahezu wieder von den Einnahmen gedeckt waren. Dabei hatten allein die Werbekosten rund ein Drittel ausgemacht.

Nicht nur die Standmieten waren demnach gut kalkuliert, besonders viel Geld spülten die traditionellen Weihnachtsannoncen der Händler und Gewerbetreibenden in die Kasse. Großzügig zeigt sich die WVN außerdem mit Spenden an den Harmonika Club, den Musikverein und die Kirchengemeinde. „Letztere unterstützt uns immer mit einem Gottesdienst am Tag des offenen Betriebes, das gehört belohnt“, sagte Vorsitzender Herbert Bühler. Schriftführer Kai Bäumler berichtete außerdem von der Patenschaft für das soziale Projekt „Klasse 2000“ in der ersten Klasse der örtlichen Grundschule, welche die WVN übernommen hatte.

Nicht nur der Tag des offenen Betriebes hat die Vorstandschaft 2015 in Atem gehalten, sagte Bühler. Denn auch die jährlichen Veranstaltungen mussten über die Bühne gebracht werden, wie der Neujahrsempfang der Gemeinden Nellingen und Merklingen und der Ausbildungspakt der Wirtschaftsvereinigung mit der Gemeinde Nellingen. Bühler und Bürgermeister Franko Kopp dankten sich gegenseitig für ein gutes Miteinander.

Die Mitglieder sprachen dem Vorstand ihr Vertrauen aus, indem sie ihn einstimmig entlasteten. Das bestätigte sich auch in den Wahlen, nach denen die Ämter in den bewährten Händen blieben.

Schon befasst sich die Vereinsspitze mit Zukunftsplänen für den nächsten Tag des offenen Betriebes 2018. Dann soll am Samstagabend in der Sporthalle ein Comedyabend veranstaltet werden. Diese soll dabei wie in der Vergangenheit auch als Ausstellungshalle dienen. Silke Allgöwer stellte den Mitgliedern diese Idee vor.

Jürgen Lehle warnte in einem Vortrag zudem vor Gefahren im Internet und gab Tipps für eine gute Internetpräsenz. Pfarrerin Sandra Baier stellte schließlich die Renovierungspläne für die Andreaskirche vor. Die WVN hat am Sonntag dafür 500 Euro gespendet.