Nellingen Nellingen freut sich über regen Zuzug

Bürgermeister Franko Kopp ist stolz auf den großen ehrenamtlichen Einsatz der Nellinger.
Bürgermeister Franko Kopp ist stolz auf den großen ehrenamtlichen Einsatz der Nellinger. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Nellingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 29.12.2014
Der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Die inzwischen sanierte Festhalle wird fleißig genutzt, was der guten Dorfgemeinschaft noch mehr Aufwind gibt.

Ob Vereine, Kindergarteneltern, Handel oder Gewerbe - in Nellingen wird Dorfgemeinschaft vielfach gelebt. Sei es bei traditionellen Dorffesten, dem Jakobi-Markt oder Veranstaltungen, immer sind alle irgendwie mit im Boot, helfen und unterstützen sich gegenseitig. "Eine außergewöhnliche Ausprägung zur Eigeninitiative war bei uns Nellingern schon immer vorhanden", beschreibt Bürgermeister Franko Kopp dieses Phänomen. Ansprüche würden zurück gestellt, es werde seltener gefragt, "was kriege ich dafür" als "was kann ich tun".

Kopp ist stolz auf den ehrenamtlichen Einsatz der Nellinger. "Das hohe Maß an Engagement zeigt uns auf, dass unsere Gemeinde sehr lebendig ist und eine hohe Lebensqualität für Jung und Alt, für Einheimische und Zugezogene bietet." Vielleicht rührt daher auch das große Lob, das Kopp für die frisch sanierte Festhalle erfährt. Anerkennung komme ebenfalls von außen, doch die Nellinger scheinen sich ihre neue Festhalle ganz besonders zu schätzen als einen Ort für die Dorfgemeinschaft. "Es ist einfach herrlich anzuschauen, wie viel Spaß es in der neuen Halle macht, und was die Vereine aus dieser Halle alles zaubern", findet Kopp und erinnert etwa an den Adventszauber, den der Harmonika-Club dort jüngst veranstaltete. "Nicht ein Stuhl ist frei geblieben, das Fest war ein großer Erfolg."

Damit Nellingen weiter attraktiv für Zuziehende bleibt, sei die Gemeinde mit der Bereitstellung von Wohn- und Gewerbeflächen immer auf dem Laufenden. Im Jahr 2014 hat Nellingen 18 Bauplätze verkauft, darunter einige Gewerbeflächen. Zwar sind hauptsächlich Nellinger Unternehmer aus dem Ortskern mit ihren Betrieben ins Gewerbegebiet gezogen, doch die Gemeinde konnte dort auch einen neuen Unternehmer begrüßen.

Um die Gemeinde zukunftsfähig zu gestalten, geht Kopp mit seinen Räten regelmäßig in Klausur. Auch das im September nach den Kommunalwahlen neu konstituierte Gremium hat sich schon mit Zukunftsthemen befasst. "Ich möchte schließlich mit den Räten abgestimmte Themen vorbereiten und keine Schubladenpläne auf Verdacht erstellen." So wird bereits im kommenden Jahr ein Bebauungsplan aufzustellen sein, denn die Gemeinde konnte für die Ortskerngestaltung weitere Grundstücke erwerben. Immerhin rangiert Nellingen im Alb-Donau-Kreis an zweiter Stelle, was den Zuzug anbelangt. "Wir können zurückgehende Geburtenzahlen mit dem Zuzug junger Familien immer wieder ausgleichen und haben gar einen leichten Zuwachs dieses Jahr."

Einen Grund dafür erkennt der Nellinger Schultes auch in der hausgemachten Preispolitik: "Die Grundstückspreise müssen vernünftig sein, das ist unabdinglich." Lediglich die Erschließungskosten gelte es zu überdenken, nachdem diese seit 13 Jahren unverändert sind. Ganz sicher ein Vorteil für den Standort Nellingen wäre ein Bahnhalt in Merklingen, erklärt Kopp. Ein weiteres Plus der Gemeinde sei die gute Infrastruktur - "diese konnten wir trotz Geburtenrückgängen halten". Neben wichtigen Anlaufstellen, wie Bäcker, Metzger, Bank, Arzt und Gastronomie zählt dazu auch die Schule. Obwohl die Nellinger Außenstelle der Werkrealschule Dornstadt derzeit faktisch nicht genutzt wird, bestehen aufgrund von Renovierung und energetischer Sanierung vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes. Derzeit prüfe die Verwaltung zum Beispiel den Ausbau der Kernzeitbetreuung zu einer Ganztagesbetreuung, erklärt Kopp. Grundlage für all diese Infrastruktur-Angebote seien die "geordneten Finanzen", führt Kopp aus.

Es sei aber wichtig, über den Kirchturm hinauszublicken und mit den Nachbargemeinden auf der Alb zu kooperieren. Dazu zählt Kopp die Mitgliedschaft in der Albwasserversorgungsgruppe ebenso, wie die im Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Laichingen, wo die meisten Bauplätze inzwischen verkauft sind. Dazu gehöre aber auch der Zusammenschluss der Gemeinden im gemeinsamen Bemühen um einen Regionalbahnhof Laichinger Alb.

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