Umzug Kinderfests in Niederstotzingen

Ein bunter Haufen zog durch Niederstotzingen.
Ein bunter Haufen zog durch Niederstotzingen. © Foto: T. Vogel
Niederstotzingen / Thomas Vogel 12.07.2018
Steinzeit lautet das Motto des Kinderfests in Niederstotzingen. Übertrieben genau wird es aber nicht genommen.

So fröhlich kann also Steinzeit sein: In fantasievolle Verkleidungen gehüllt, von singenden Männern und auch mal von einem aufheulenden Martinshorn der vorausfahrenden Feuerwehr akustisch begleitet, zogen die örtlichen Kindergarten- und Grundschulkinder durch die Niederstotzinger Straßen. Viele Anwohner hatten Zäune oder Häuser bunt geschmückt, Girlanden oder Luftballons brachten farbige Tupfer ins Stadtbild. Im Stadtkern waren die Straßen dann besonders dicht gesäumt von Passanten, die neugierig auf den quirligen Steinzeit-Zug warteten.

Viel Mühe haben sich die 330 Beteiligten aus der Grundschule, den beiden Kindergärten und dem Kinderhaus gegeben, dem Motto Ausdruck zu verleihen. Die Klasse 4b stach dabei besonders hervor mit ihren wilden Maskeraden als Jäger und Sammler, andere Klassen zeigten sich als Steinzeitforscher oder Feuermacher. Mittendrin Kinderhaus-Leiter Andreas Windmüller, der sich mutig ein Ganzkörperkostüm aus Schaffell übergestreift und auf dessen klimatisch ausgleichende Funktion vertraut hatte.

Schweißperlen auf der Stirn

So ganz genau nahmen es die Organisatoren mit ihrem Motto dann doch nicht. Die Ritter hoch zu Ross, die den Zug anführten, waren besagter Zeit gewiss viele tausend Jahre voraus, und auch die Mitglieder des Radfahrervereins, die kleine Kunststückchen aufführten, schienen etwas aus dem zeitlichen Rahmen gefallen: der Zeit vor etwa 33 000 Jahren, als Jäger und Sammler die Höhlen der Gegend besiedelten und rätselhafte Kunstwerke und Instrumente hinterließen. Und ob deren Spiel auf Knochenflöten Cheerleader-kompatibel gewesen wäre, sei ebenfalls dahingestellt.

Nach dem Umzug begann dann rund um die Schule der gesellige Teil des Kinderfests, bereichert mit einer Spielstraße, musikalisch umrahmt und kulinarisch versorgt durch den Musikverein. Als die zum Gemeinschaftschor formierten Kinder diesen Teil mit dem Lied „Ein Fest, wir haben Kinderfest“ eröffneten, standen Windmüller Schweißperlen auf der leicht geröteten Stirn.

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