Naturschutz Naturschutz: EU hakt im Donauried nach

Sieht man selten: Ein Schwarm Kraniche, der im Schwäbischen Donaumoos Station macht. Für den Lebensraum vieler seltener Vogelarten soll es eine neue Rechtsverordnung geben.
Sieht man selten: Ein Schwarm Kraniche, der im Schwäbischen Donaumoos Station macht. Für den Lebensraum vieler seltener Vogelarten soll es eine neue Rechtsverordnung geben. © Foto: Ulrich Mäck
Rammingen / Kurt Fahrner 15.02.2018
Eine neue Rechtsverordnung soll geschützte Gebiete für seltene Vogelarten im Donauried auch für die Zukunft sichern.

Das Regierungspräsidium Stuttgart kommt einer Forderung der Europäischen Union nach und erlässt für den Lebensraum bedrohter Arten im Donaumoos eine Rechtsverordnung. Sie ändert nicht viel in den sogenannten Flora- Fauna- Habitat-Gebieten – sichert aber deren Bestand. Das Niedermoorgebiet ist  ein Rückzugsgebiet vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten – das Donauried auf den Gemarkungen von Langenau über Rammingen und Asselfingen bis Niederstotzingen und Sontheim an der Brenz.

Wer Glück hat, kann je nach Jahreszeit beispielsweise die Beutelmeise oder das Blaukehlchen beobachten, den buntbäuchigen Grashüpfer oder den Perlmuttfalter. Mehlprimeln wachsen dort ebenfalls noch wie das Rispeneggengras. Immer wieder gibt es dort aber auch Führungen unter fachkundiger Anleitung (siehe Info-Kasten).

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu schützen. Die Vernetzung dient dazu, ökologische Wechselbeziehungen zu entwickeln. Feste Bereiche des Donaurieds sind bereits als FFH-Gebiete ausgewiesen. Die Rechtsverordnung, die das Regierungspräsidium nun in die Wege geleitet hat, soll in ein Sammelwerk einfließen. Die EU fordert dies von der Bundesrepublik bereits seit geraumer Zeit. Sollte dies nicht erfüllt werden, droht ein Vertragsverletzungsverfahren. Die entsprechenden Gebiete auf württembergischer Seite sind weitgehend im Besitz des Landes, beziehungsweise der Landeswasserversorgung – abgesehen von Brachen werden sie extensiv landwirtschaftlich genutzt.

Daran soll sich auch nichts ändern, teilt das Regierungspräsidium in einem Schreiben an die Anliegergemeinden mit. Die neue Verordnung führe nicht zu neuen Vorgaben und Verpflichtungen. Eine Ausweitung der Flächen sei zudem ebenso wenig vorgesehen. Das Ziel sei, die besonderen Gebiete für den Erhalt bedrohter Tier- und Pfanzenarten im Donauried festzuhalten und damit die EU-Forderungen zu erfüllen. Als hohen bürokratischen Aufwand ohne zusätzlichen Artenschutz im Donauried empfindet der Ramminger Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker die neue, anstehende Verordnung. „Wir haben noch gar keine Informationen dazu erhalten“, ergänzt dazu der Geschäftsführer der Schwäbischen Donaumoos Arbeitsgemeinschaft Ulrich Mäck. Und Hans-Jörg Steck als Obmann des landwirtschaftlichen Ortsvereins Rammingen  sieht dem Verfahren in aller Gelassenheit entgegen: „Wir lassen das auf uns zukommen.“ Bis zum 8. Juni können Behörden, Gemeinden und Landwirtschaft dazu Stellung nehmen.

Exkursion zu nordischen Gästen am Stausee

Spaziergang Eine Exkursion zu nordischen Gästen im Schwäbischen Donauwald bietet die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Günzburg und Gundelfingen am Samstag mit dem Ornithologen Harald Böck. Es geht um Wasservögel am Faiminger Stausee bei Gundelfingen – zum Frühjahr hin tummeln sich dort  Seeadler, Singschwan und andere Wat- und Wasservögel auf dem Weg zu ihren Brutplätzen. Die Exkursion dauert von 16 bis 18 Uhr. Treffpunkt ist an der Wotaneiche bei Gundelfingen. Anmeldung bis 16. Februar bis 12 Uhr unter Tel. (08221) 74 41 oder per Mail an sekretariat@arge-donaumoos.de

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