Laichingen Nachtfliegen als Höhepunkt des Drachenfests in Laichingen

Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 06.10.2014
Drei Tage lang flatterten beim Laichinger Drachenfest bunte Gebilde am Himmel. Vorführungen demonstrierten die vielfältigen Flugeigenschaften der Drachen. Ein Höhepunkt war das Nachtfliegen am Samstag.

Nach dem sonnigen Freitag hielt am Samstag dichter Nebel, der sich nicht auflösen wollte, viele Gäste vom Besuch des Laichinger Drachenfestes ab. Ein anderes Bild am Abend: Mehrere hundert Besucher drängten sich um das Aktionsfeld der Drachenfreaks, kaum dass die Dämmerung die breite Senke des Flugplatzes überlagerte. Unter der routinierten Federführung der "Albflyers" nutzten die Hobbydrachenflieger die Dunkelheit der Nacht als Kulisse für eine faszinierende Lichterserenade. Staunen bei den Zuschauern, als die 1350 Quadratmeter große Stoffhülle des Heißluftballons vom "Ballonsport Oberschwaben" plötzlich hell erglühte: 15 Minuten dauerte die beeindruckende Leucht-Choreografie. Die Akteure ließen den Ballon rhythmisch zu monumentalen Musikklängen aufleuchten.

Nach großem Applaus folgte auf einer Wiese nebenan schon die nächste Nachtaktion. Die "Drachenkinder", der Nachwuchs der Drachenfreaks, buchstabierten in einer Lichtperformance das Wort "Danke". Dies galt allen Festgästen und dem Flugsportverein Laichingen, auf dessen Gelände das Fest stattfand. Schlag auf Schlag folgten weitere Leucht- und Flammenspektakel, begleitet von mitreißender Musik. Die vielen Gäste konnten sich nicht satt sehen an wabernden, von unten beleuchteten Gespensterdrachen, schwungvollen Darbietungen mit kreisenden Leuchtstäben und brennenden Fackeln, die ihre farbigen Figuren ins Dunkel zeichneten.

Fasziniert verfolgten die Zuschauer den Tanz eines rhythmisch fliegenden Lenkdrachens, der immer wieder in den Lichtkegeln einiger starker Taschenlampen aufleuchtete, bevor er zurück ins geheimnisvolle Dunkel entschwand. Und manchem Besucher jagte es einen Schauer über den Rücken, wenn er von den Tüchern riesiger Schleierdrachen an Kopf oder Schulter sanft berührt wurde.

Eineinhalb Stunden lang dauerte der Feuer- und Lichterzauber. Immer näher rückte der Nebel heran an das Aktionsfeld. Doch bevor er dieses mit seinem Dunst vereinnahmen konnte, beendete ein buntes und im Wald widerhallendes Feuerwerk das Nachtfliegen. Während Familien mit Kindern im Nebel ihre Autos für die Heimfahrt suchten, ging es im Hangar mit Livemusik der Band "Reload" noch lange weiter.

Nachdem sich am Sonntagmittag der Nebel etwas verzogen hatte, konnten die Drachenfreunde mit ihren Vorführungen am dritten Tag des Festes erneut demonstrieren, welche mannigfaltigen Möglichkeiten die unterschiedlichsten Bauweisen von Drachen bieten: ballettreife Choreografien von Lenkdrachen, blitzschnelle Wendemanöver der Rokkaku-Kampfdrachen und riesige "Kraken", die an mehrere hundert Meter langen Leinen und unter Unterstützung von Zugdrachen am Himmel waberten. Nur für die schweren Kastendrachen war der Wind nicht passend. Auf den Wiesen neben dem Aktionsfeld herrschte ebenfalls buntes Treiben. Dort ließen Kinder und Erwachsene, angesteckt vom Drachenfieber, ihre mitgebrachten oder bei einem der Händler auf dem Platz erworbenen Flugobjekte steigen.