Moment mal Nachschub für Leseratten in Langenau

Von Mitmachenden schon gut bestückt: Das Tauschregal im Bahnhof.
Von Mitmachenden schon gut bestückt: Das Tauschregal im Bahnhof. © Foto: Stadt Langenau
Langenau / rei 18.07.2018

Teilen ist das neue Kaufen, nicht nur bei Kleidertauschpartys oder Autos – Stichwort car­sharing. Auch bereits gelesene Bücher mit anderen zu teilen und zu tauschen wird immer beliebter. Langenau springt nun auf diesen Zug auf, in der Stadt wurden in der vergangenen Woche gleich drei öffentliche Bücherregale aufgestellt: Am Bahnhof, im Naubad und auf dem Recyclinghof – wichtige und gut frequentierte Orte in Langenau, wie Nadine Maier vom Kulturamt Langenau mitteilt. Das Prinzip des Büchertauschens ist simpel und steht auch kurz und knapp an den Langenauer Regalen: „reinstellen, rausnehmen, tauschen“. Jeder kann ein Buch mitnehmen oder vorbeibringen, kostenlos und anonym. So können sich Leseratten umsonst mit neuem Stoff ausstatten und die Bücher im heimischen Regal vor dem Verstauben bewahrt werden. Einzige Regeln in Langenau: Pornografie, politische oder religiöse Schriften werden aussortiert, das kündigt das Kulturamt an. Kontrolliert wird dies vom Team der Langenauer Stadtbücherei. Sind es in Langenau schlichte Regale aus Holz oder kleine Metallwagen, stehen Bücherfreunde offenbar auch auf ungewöhnlichere Tauschschränke. Beliebt ist etwa das Telefonhäuschen, ein solches „Bücherhäusle“ wurde erst vor kurzem in Dornstadt eröffnet, auch in Beimerstetten gibt es eines. In Oberelchingen oder Wiblingen dagegen warten die Bücher in alten Stromkästen auf neue Leser. Doch aufgepasst, es geht noch exotischer: In Illertissen schmökert und tauscht man im „literarischen Bienenhaus“, in Schorndorf beherbergen ausgehöhlte Baumstämme den Lesestoff. Einen Überblick über viele Bücherschränke in ganz Europa gibt übrigens die Webseite openbookcase.org. Über 3400 Bücherschränke sind dort auf einer Weltkarte eingetragen, hunderte davon in Deutschland – eben doch ein Land der Leser.

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