Bundeswehr Nachschub-Basis im Wald bei Setzingen

Alltagsarbeit im Munitionslager Setzingen: Ein ziviler Mitarbeiter und zwei Soldaten beim Sortieren von Munitionsschrott.
Alltagsarbeit im Munitionslager Setzingen: Ein ziviler Mitarbeiter und zwei Soldaten beim Sortieren von Munitionsschrott. © Foto: Joachim Lenk
Setzingen / Joachim Lenk 21.10.2016

Versteckt im Wald zwischen Setzingen und Hausen ob Lontal (Kreis Heidenheim) lagert Munition für Pistolen und Panzerfäuste. Seit knapp 40 Jahren existiert das Bundeswehr-Munitionsdepot Setzingen. Dort ist jetzt ein Kommandowechsel vollzogen worden. Hauptmann Jens Feuerlein hat die Amtsgeschäfte von Leutnant André Müller übernommen. Der 33-jährige Feuerlein ist der zehnte Kommandant in der Geschichte des Depots.

Auf dem Areal im Staatswald-Gewann „Ballhart“ wollte die französische Armee Mitte der 1960er Jahre ein Versorgungsdepot errichten. Da Frankreich aber 1966 aus der damaligen Nato austrat, verschwanden die Pläne in der Schublade. In den 1970er Jahren wurde das Luftwaffenversorgungsregiment 3 im bayerischen Landsberg am Lech auf die bereits gerodete Fläche aufmerksam. Die Militärs beschlossen, dort 35 Bunker mit einer Größe zwischen 25 und 180 Quadratmeter zu bauen.

Die ersten Soldaten zogen im Sommer 1977 ein, erst knapp zwei Jahre später wurde die offizielle Fertigstellung gefeiert. Das damalige Luftwaffenmunitionsdepot 31, eines von sechs in der Bundesrepublik Deutschland, war Munitionslager und Instandsetzungseinrichtung zugleich. Zu den Aufgaben gehörten Lagerung, Bereitstellung und Versand von Munition an Luftwaffenverbände im süddeutschen Raum. Auch Einheiten des Heeres und der Marine wurden von dort unter anderem mit Bomben, Zündern, Leitwerken, Bremsfallschirmen und Zubehörteilen versorgt. Die Lieferung erfolgte per Hubschrauber, mit der Bahn ab Langenau, mit Bundeswehrfahrzeugen und mit zivilen Speditionen. Die Annahme und den Versand der gefährlichen Ware erledigten die Bediensteten in vier separaten Munitionslagerhäusern. Bis zu 170 Mitarbeiter waren in dem Depot beschäftigt, je zur Hälfte Soldaten und Zivilbedienstete. Die Truppenunterkunft für die Zeit- und Berufssoldaten und die Wehrpflichtigen befand sich auf dem etwa 20 Kilometer entfernten, inzwischen aufgelösten Fliegerhorst in Leipheim.

Damals hielt das Depot zur Unterstützung der Einsatzverbände der Luftwaffe einen Kampfmittelbeseitigungszug sowie ein Munitionsbergekommando bereit. Deren Aufgabe bestand darin, Blindgänger unschädlich zu machen, Bomben zu entschärfen und fachgerecht zu beseitigen.

Eine geplante Erweiterung des Areals legte die Bundeswehr im Jahr 1990 wegen der politischen und militärischen Veränderungen in Ost und West zu den Akten. Trotzdem wurde ein 55 Meter hoher Richtfunkturm gebaut. 2006 erhielt die Einrichtung den heute noch gültigen Namen „Munitionslager Setzingen“. Seit Anfang dieses Jahres untersteht es dem Munitionsversorgungszentrum Süd in Eft-Hellendorf (Saarland).

Heute lagert in Setzingen Munition für beinahe alle Handfeuerwaffen und Panzerfäuste der Bundeswehr, informiert Hauptmann Philipp Paulus von der vorgesetzten Dienststelle. Außerdem Handgranaten, Zünd- und Sprengmittel sowie Leucht- und Signalmunition. Abnehmer sind in erster Linie Bundeswehreinheiten in Baden-Württemberg, in Bayern, in Hessen sowie im Saarland. Das Lager selbst erhält die Munition hauptsächlich aus dem Munitionsversorgungszentrum West (Nordrhein-Westfalen). Einen Teil liefern die Hersteller direkt in Setzingen an. Außerdem nimmt das Depot nicht mehr benötigte Munition aus verschiedenen Bundeswehrstandorten zurück.

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Hektar groß ist das Gelände des Munitionslagers Setzingen. Das entspricht der Fläche von etwa 70 Fußballplätzen. Zur Zeit arbeiten dort rund 60 Beschäftigte, nur zehn Prozent der Belegschaft sind Soldaten.

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