Rosenmontag Nach Narrenruf Gsälz im Mund

Westerheim / Sabine Graser-Kühnle 13.02.2018

Mal strahlte die Sonne auf das närrische Volk in Westerheim, dann trieb dichtes Schneegestöber über die Leute. Das alles tat der Fasnetslaune keinen Abbruch. Mehr als 3000 Hästräger zogen gestern durch den Ort, flankiert von mehreren tausend Zuschauern. Ungefähr jede dritte Gruppe fuhr auf einem Wagen durch den Luftkurort, und nahezu aus jedem schallte der Dauerfasnetshit „Johnny Depp“.

Viele Laufgruppen mit ihren einzigartigen Masken kamen aus Richtung Ulm und darüber hinaus, von Münsingen und Heroldstatt. Ebenso viele waren vom „Täle“ und von weiter entfernten Orten wie Sindelfingen und Esslingen angereist. Die Moderatorenteams an der Strecke luden zum Schunkeln, zum Tanzen und zur La-Ola-Welle ein. Und sie verrieten den Narrenruf. Der ist immens wichtig, denn wer die Antwort kennt, kommt meist glimpflich davon, erhält eine Streichel­einheit mit dem Hexenbesen oder Süßes. Erdbeermarmelade, oder auf Kuchenerisch, „Preschtlingsgsälz“ – etwa bei den Kuchener Gsälzhafnerinnen. Wenn die rufen „Schmeckt Gsälz?“ heißt die Antwort, „Gsälz schmeckt“, und schwupp ist ein Löffel mit dem süßen Fruchtbrei im Mund. Doch wehe dem, der nicht antworten kann, der läuft Gefahr mitgeschleppt zu werden, oder er kann seine Mütze von den wilden Gestalten wieder einfordern.

Manche schon etwas müde

Auch wenn manche Laufgruppen nach vielen närrischen Tagen etwas müde schienen, gab es immer noch die, die sich zu Menschenpyramiden aufbauten oder zum Hexenstart losrannten und so den vielen Zuschauern eine tolle Show boten. Nachdem das erste Drittel der rund 100 Gruppen am Ende der Umzugsstrecke angelangt war, reihten sich die ersten Hästräger, dieses Mal mit heruntergelassener Maske, unter die Zuschauer. So wie die Lenninger Hexa. „Mir stellad uns immer ganz vorne am Umzug an und gucket zu“, berichtete eine. „Es ist einfach toll, die anderen Masken zu sehen. Freunde, aber auch uns nicht bekannte Hästräger, die in Westerheim mitlaufen.“

Ja, so kam jeder auf seine Kosten. Und nach dem Umzug war freilich noch lange nicht Schluss. Weiter ging das närrische Treiben im Zelt, in der Halle und in den Gaststätten.

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