Muttis Jam Gang hat mit Muttis Marmelade einiges gemeinsam: die Musik ist handgemacht, und verschiedene Zutaten ergeben den Genuss. Zum einen die Kombi der Musiker, zum anderen der Sound – Soul-Blues Marmelade mit echten Funk-Stückchen, wie die Band verspricht.

Muttis Jam Gang ist letztes Jahr aus den Ulmer Bands Blues Mothers und Double-U Session Band hervorgegangen. Nach der Premiere im Sommer in Ulm hat die Jam Gang am Samstag in siebenköpfiger Formation die Bühne im Kleinen Großen Haus aufgemischt, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Die Party hat der Blaubeurer Saxophonist Berthold Fischer in seine Stadt gebracht, veranstaltet haben das Konzert Hans-Jörg Fülle und Freunde, ein privater Freundeskreis. Berthold „Fischi“ hatte im musikalischen Gepäck: Markus „Widdle“ Wirth (Gitarre), Ralf Rotzek (Trompete), Gerda Rieder (Percussion und Gesang), Hannes Hiller (Bass und Gesang), Vincent Vialard (Bass, Gitarre, Gesang) und Andi Hermann (Schlagzeug).

Die Musiker sind bekannt aus anderen Bands wie Sirius, Tilufa, Robbie & Friends, sie kommen aus verschiedenen Richtungen. Als Jam Gang setzen sie vorwiegend auf Titel der 50er bis 80er Jahre, Blues, Soul, Funk – aus afro-amerikanischen Wurzeln lassen die Musiker etwas ganz Eigenes sprießen. Alles ist in Bewegung, die Gang hat Spaß an der Jam-Session, mit einer gelungenen Liaison aus Blues, Funk, Jazz, Fusion gehen sie ans Eingemachte. Spontan und gut gelaunt werfen sich die Musiker Solo-Bälle zu. Sphärisch rockt die Gitarre das Publikum. Ein kurzer Blick genügt, schon übernimmt das Sax mit eindringlicher Jazzimprovisation, die Trompete antwortet gleichfalls virtuos: schrill heulend, fordernd, unwillig, dann wieder nachgebend oder fast seufzend.

Die Sound Rakete wird vom einstimmenden „The Moon is Full“ über „Boogie Man“ und „The Ghetto“ bis hin zu „Cisco Kid“ und „Bus Stop“ in Gang gebracht, bei der letzten Zugabe mit „Papa was a Rolling Stone“ hebt sie dann ab. Ein letztes Mal machen Sax und Trompete jazzige Höhenflüge, von oben ergibt sich ein Blick aufs Konzert. Durchgehender Flow, mit Dynamik in Spiel und Gesang: macht Gerdas Stimme hier klare Ansage, überzeugt der Südfranzose Vincent dort, dass er auch aus New Orleans stammen könnte. Hohes musikalisches Niveau, das lässig rüber kommt. Kraftvoll, groovig, tanzbar.

Die Musiker sind gut drauf, es wird auch mal spaßig-humorig. Guter Kontakt untereinander und zum Publikum. Der Funke springt über, vorne wird abgetanzt, und wenn Vincent zum Mitsingen auffordert, stimmen die Zuhörer ein. Geballte Sound-Power, super Stimmung – eine runde Session-Party in charmantem Ambiente.

Eine nicht-kommerzielle Kultur-Initiative


Engagiert Hans-Jörg Fülle engagiert sich mit zehn weiteren Leuten für Konzerte im Kleinen Großen Haus. Eintrittsgeld und der Gewinn des Konzerts von Muttis Jam Gang kommen der Band sowie der Stiftung Kleines Großes Haus zugute, zum Zweck der Instandhaltung des historischen Gebäudes. Überschüsse fließen ins nächste Projekt. Berthold Fischer von der Jam Gang hat als Blaubeurer nicht nur den Kontakt zwischen Band und Freundeskreis hergestellt, sondern auch über das musikalische Feld hinaus eine Bindung zum Kleinen Großen Haus: Der hauptberufliche Restaurator hat das Gebäude vor Jahren zusammen mit seinem Kollegen Peter Schimpff restauriert.