Laichingen Mord an Laichinger Blumenhändler weiter ungeklärt

Laichingen / WILLI BÖHMER 12.02.2013
Die Hintergründe des Mordes am Laichinger Blumenhändler am Morgen des 4. Oktober 2011 bleiben rätselhaft. Die Ermittlungen laufen weiter.
Die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Ulm sind auch knapp eineinhalb Jahre nach den tödlichen Schüssen auf den Laichinger Blumenhändler noch nicht geschlossen. Noch stehen die Vernehmungsprotokolle aus, die französische Polizisten nach der Anhörung von Verwandten und Bekannten des 44-jährigen Mordopfers in Frankreich erstellten. Eine mündliche Vorabinformation zeigte jedoch keine Ansatzpunkte für neue vielversprechende Ermittlungsansätze, teilte die Anklagebehörde bereits vor Wochen mit.

Die Kontakte des Kurden waren sehr weit verzweigt, deshalb hatten die Ulmer Ermittler um Amtshilfe in Frankreich und in der Türkei gebeten, um offene Fragen zu klären. Die Protokolle aus der Türkei liegen der Staatsanwaltschaft längst vor. Mehrmals mussten Fragen nachgereicht werden. Aber eine heiße Spur tat sich nicht auf, der Inhalt der Vernehmungen brachte die Ermittlungen nicht voran. Ein Geduldsspiel.

Außerdem wartet die Staatsanwaltschaft Ulm auf das Ergebnis einer kriminaltechnischen Untersuchung aus den Labors des Landeskriminalamtes. Um welche Spuren es sich handelt, darüber gibt sie keine Auskunft.

Das 44-jährige Opfer war am frühen Morgen des 4. Oktober, gegen 4 Uhr, unweit seines Blumenladens in der Hirschstraße durch mehrere Schüsse niedergestreckt worden, einer war tödlich. Zuvor hatte der Mann mit vier Helfern einen Wagen ausgeladen, mit dem er in der Nacht Blumen aus Amsterdam geholt hatte. Als die Arbeit weitgehend getan war, wollte er seine Helfer allein lassen und ein paar Stunden schlafen. Er ging um eine Ecke, dann fielen die Schüsse. Als die Mitarbeiter hinterher liefen, lag der Mann in seinem Blut, vom Täter gab es keine Spur. Die Kriminalpolizei sprach damals von einem eiskalt geplanten und durchgeführten Mordanschlag.

Die Bluttat sorgte weit über Laichingen hinaus für Aufsehen. Nicht zuletzt deshalb, weil auch der Vorbesitzer des Blumenladens gewaltsam ums Leben kam. Seine Leiche und die seines Schwiegersohnes, der den damals Vermissten suchte, waren 1999 in der Nähe von Istanbul entdeckt worden, gemeinsam mit acht weiteren Männerleichen. Auch diese Mordtaten wurden bis heute nicht geklärt. Einen Zusammenhang mit der Bluttat vom 4. Oktober 2011 fand die Polizei jedoch nicht. Zeitweise waren mehr als 50 Kriminalisten in der Sonderkommission „Blume“ damit beschäftigt, nach Spuren des Mörders zu suchen.

Die vorhandenen Spuren und Hinweise sind inzwischen abgearbeitet, die Sonderkommission ist aufgelöst. Das Rätsel um die Ermordung des Blumenhändlers bleibt weiter ungelöst.

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