Alles im Griff Montag ist Haushaltstag

BEACHTEN: NPG-LIZENZ 461215795 Glas, Bootle, Deckel, Marmeladenglas, weißer Hintergrund, leer Clear glass bottle with black cap isolated on white background with clipping path Download am 27.08.2018 für Nord Foto: © F16-ISO100/Shutterstock.com
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Regina Frank 29.08.2018

Ordnung sei  das halbe Leben. Heißt es. Man kann sich an diese Redewendung halten, Marmeladegläser von unten an ein Regal schrauben und Haushaltsgummis, Nägel oder Büroklammern darin verstauen. Man kann aber auch eine Pfarrerin konsultieren (wir tendieren zu dieser Vorgehensweise), und darauf vertrauen, dass sie zu einer menschenzugewandten Betrachtung in Fragen der inneren und äußeren Ordnung tendiert.

Rahel Kießecker ist so eine Theologin, die über Ordnung und Chaos reflektiert und deren Erkenntnisse und Einsichten Orientierung geben können. Zumal die neue evangelische Pfarrerin in Asch selber mit dem ganz normalen Durcheinander eines Haushalts konfrontiert ist: Sie wohnt mit ihrer eineinhalb Jahre alten Tochter und ihrem Partner, der ebenfalls Pfarrer ist, im Pfarrhaus. Womit wir schon bei einem Knackpunkt angekommen sind. Ordnung ist eine Frage des Zusammenlebens. „Wenn der andere Chaos aushält, dann kann man das so lassen.“ Wenn nicht, „dann muss ich mich arrangieren“. Im Pfarrhaus heißt das: Montag ist Haushaltstag. Denn der Montag ist für Pfarrer das, was für andere Menschen der Samstag ist. Sie haben frei und kümmern sich um so profane Dinge wie den eigenen Alltag. Ansonsten handelt Rahel Kießecker nach der Maxime „Ordnung ist nicht das wichtigste im Leben, wichtiger ist ein offenes Haus“ – also das Zwischenmenschliche. Eine Lebenseinstellung, die für sie seit Kindertagen gilt. Rahel Kießecker wuchs mit sieben Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Da herrschte ein „gesundes Chaos“, da konnte man es gar nicht leisten, dass alles picobello war. Da hing auch kein Plan am Kühlschrank, wer wann was zu machen hat. Es war klar, dass man mithilft.

Heute, als Pfarrerin, Mutter und Partnerin, lautet einer ihrer zentralen Leitsätze: „Wenn man sich zu viel Ordnung abverlangt, ist das etwas Ungnädiges sich selber gegenüber.“ Analoges gilt für hohe Ordnungsforderungen, die man an andere Menschen richtet. Auf hier ist Gnade angesagt. Also nicht mehr und nicht weniger als eine theologische Kategorie. 

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