Herrlingen Moment mal: Unverrückbares Ortsschild

Das Herrlinger Ortsschild muss bleiben, wo es ist.
Das Herrlinger Ortsschild muss bleiben, wo es ist. © Foto: Matthias Kessler
Herrlingen / HELGA MÄCKLE 25.02.2016
100 Meter weiter nach oben in Richtung Weidach mit dem Ortsschild. Damit wäre in punkto Sicherheit für Radfahrer in Herrlingen einiges gewonnen. "Ich verstehe auch nicht, warum das Schild nicht versetzt werden darf", sagte Bürgermeister Thomas Kayser.

Im Ausschuss für Umwelt und Technik diskutierten die Räte am Dienstag über den Bau eines Radweges von Herrlingen nach Weidach. Der Alb-Donau-Kreis baut die Kreisstraße aus, im Zuge dessen wird ein Radweg für immerhin 520.000 Euro gebaut. Den bezahlt aber nicht der Kreis allein, die Stadt Blaustein muss die Hälfte übernehmen, nach Abzug aller Zuschüsse zwischen 150.000 und 165.000 Euro.

Besagter Radweg, mit dessen Bau noch in diesem Jahr von Weidach her begonnen wird, weist planungstechnisch gelinde gesagt einige Tücken auf: fehlende Grundstücke, ein Naturdenkmal, die Weidacher Steige, um nur einige zu nennen. Und weil die Steige im unteren Teil zu schmal ist, um dort einen extra Radweg zu bauen, müssen die bergabfahrenden Radfahrer auf Höhe des Weidacher Wegs wieder auf die Kreisstraße und die restlichen rund 100 Meter bis Herrlingen auf der Straße fahren. Nach Ansicht aller Ausschussmitglieder nicht perfekt, aber wegen der Topographie leider unvermeidbar. Auf diesen 100 Metern soll die Geschwindigkeit laut Planung auf 70 Stundenkilometer begrenzt werden. 50 wäre deutlich besser, da deutlich sicherer - so die ebenfalls einhellige Meinung von Räten und Verwaltung. Warum also versetzt man das Herrlinger Ortsschild nicht einfach 100 Meter weiter nach oben, wo dort doch eh der Weidacher Weg abzweigt, der schließlich auch zu Herrlingen gehört. Dann wären die 100 Meter innerorts, es würde automatisch 50 Stundenkilometer gelten, die Radler wären sicherer.

"Geht nicht", sagt Bernd Weltin, Pressesprecher des Alb-Donau-Kreises. "Dagegen spricht eindeutig die Straßenverkehrsordnung." Die lege fest, dass ein Ortsschild dort zu stehen hat, wo auf wenigstens einer Seite eine geschlossene Bebauung beginnt. Davon kann man auf den fraglichen 100 Metern Weidacher Steige tatsächlich nicht reden: rechts und links nichts als Wald. Man sieht nicht ein einziges Herrlinger Haus.