Moment mal Moment mal: Schilder-Chaos in Schnürpflingen

Schnürpflingen hoch hinaus: Ganz oben wurden Spiegel angebracht.
Schnürpflingen hoch hinaus: Ganz oben wurden Spiegel angebracht. © Foto: Franz Glogger
Schnürpflingen / Franz Glogger 02.07.2018

Gut im Blickfeld, nicht überfrachtet und klar in der Information. So stellt sich der gemeine Autofahrer die Beschaffenheit von Verkehrsschildern vor. Vor allem, wenn er von auswärts ist und ohnehin schon genug damit zu tun hat, die Situation zu sortieren. Nahezu das Augenwuseln bekommt der Reisende, wenn er von Bihlafingen kommend durch Schnürpflingen rollt. Das ist nicht so einfach. Denn a) liegen an der abschüssigen Hauptstraße etliche öffentliche Gebäude. Was, wie es der Fachmann nennt, fußläufigen Verkehr erwarten lässt, b) ist sie Teil des Schulwegs samt Zebrastreifen und c) fährt man auf ein üppig bestücktes Verkehrsschild zu.

Genauer: Einen üppig bestückten, in den Himmel ragenden Turm – und das an einer unübersichtlichen Kurve, bei der dem Autofahrern einige Entscheidungen abverlangt werden. Will er die Ziele Gewerbegebiet oder Mehrzweckgebäude ansteuern? Oder möchte er lieber in die Nachbargemeinde Staig zur Linken gelangen, oder zur Rechten über den Teilort Beuren ins schöne Illertal nach Illerrieden? Glück hat derjenige, der die letztere Wahl getroffen hat, denn dann lenkt er einfach nach rechts um die Kurve.

Schwieriger wird es, wenn es nach links gehen soll. Während des Schilderstudiums wurde nämlich folgendes klar: Wenn ein Fahrzeug um die vorfahrtsberechtigte Kurve kommt, ist es recht unvermittelt da. Aber zum Glück gibt es ausgesprochene Fachleute! Die haben ganz oben auf dem Schilderturm Spiegel montiert. Sie entsprechen zwar in keinster Weise der „Gut-im-Blickfeld-Regel“, aber sie sind da. Werden hier etwa Tiefflieger befürchtet? Sofern die beiden Hilfseinrichtungen überhaupt wahrgenommen werden: In welchem sollte man das andüsende Fahrzeug suchen? Bis hier die richtige Wahl getroffen ist, biegt man am besten nach dem Motto „Augen zu und durch“ ab. Der andere wird schon Bremsen haben.

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