Moment mal Moment mal

Weltenbummler Hartmut Bögel ist wieder zuhause.
Weltenbummler Hartmut Bögel ist wieder zuhause. © Foto: Privat
Wippingen / Franz Glogger 12.09.2018

Von Menschen mit unheilbarem Fernweh  hört man immer wieder. Hartmut Bögel ist ein solcher Mensch – auf seinem Fahrrad ist er ständig auf der Suche nach interessanten Begegnungen, tollen Landschaften – und nicht zuletzt nach einem großen Fußballfest. Sein Fußballweltmeisterschafts-Abenteuer in Russland hat der Weltenbummlern gleichzeitig mit der DFB-Elf beendet. Enttäuschend früh also. Nachdem es die Nationalmannschaft nicht über die Vorrunde geschafft hat, und Bögel schon immer mal ans Nordkap wollte, radelte der 52-jährige Wippinger mal eben dorthin. Grad so, als läge der nördlichste Punkt des europäischen Festlands auf dem Weg von Russland nach Deutschland.

Nach dem Nordkap, das Foto vom Erreichen des Ziels haben wir Anfang August an dieser Stelle gezeigt, fand sich der Altenpfleger wieder auf wunderschönen norwegischen Küstenstraßen. Er erzählt, wie er in Vimmerby und Katthult eintauchte in die Welt von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, und wie er dann durch Ostdeutschland strampelte. Pünktlich zum Anpfiff stand er am vergangenen Donnerstag in der Münchener Allianz-Arena: Um doch noch den Weltmeister zu sehen. Beim Spiel Deutschland – Frankreich.

Seit gestern ist Hartmut Bögel wieder daheim. Seine letzte Etappe führte ihn von München über Meßkirch nach Wippingen. Auch nicht der direkte Weg. Aber Schwamm drüber: Wenn man bereits an Pfingsten Anlauf für eine solche Tour genommen hat, kann man am Heimathafen schon mal vorbeischießen. Auch die schieren Zahlen seiner Reise sind beeindruckend: Auf den  gut 14 000 Kilometern hatte er vier Platten, er verschliss ebenso viele Ketten, bei 10 800 Kilometern musste er zum ersten Mal einen Reifen wechseln. Verrückt auch die 420-Kilometer-Etappe, die Bögel bei Murmansk hinter sich gebracht hat. Schließlich muss der Mann mit Fahrrad und Gepäck schlappe 100 Kilo bewegen. Dem Durchschnittsradler scheinen bereits die „normalen“ Bögel-Etappen von 150 Kilometern am Tag verdammt lang.

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